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ANNZ
„—— und moöchte Dich ſo gerne glücklich wiſſen Wie aber kann man wohl anders glücklich ſein, als daß man liebt und wiedergeliebt wird? Wie ſchön habe ich dies empfunden in meinem kurzen Erdenleben! Mir, mein Ottokar, war es nur auf kurze Zeit vergönnt, Dich dieſes Glücks theilhaftig zu machen; aber Gott hat Dir ein an⸗ der Herz geſchenkt, in dem der Liebe reine Flammen für Dich lodern; ich ſpreche von Helene, des Bürgermeiſters Tochter. Sie wird Dir Erſatz geben für das, was Du durch meinen Tod verloren, und gern entbinde ich Dich des Gelöbniſſes der Treue für die Hingeſchiedene durch die Zurückgabe Deines Pfandes. Sei glücklich, Geliebter, dann wird auch Deine Klara glücklich.“
— Um Gott, Klara, was verlangſt Du von mir! rief Ottokar aus. Eine andere ſollte Deinen Platz in meinem Herzen auszufüllen vermögen? Haſt Du das Weſen meiner Liebe nicht erkannt? Iſt dies wirklich Dein Wille, oder iſt das alles Blendwerk und Spiegelfechterei? Doch es ſind Deine lieben, wohlbekannten Schriftzüge— dies Linnen iſt ein Stück von Deinem Leichentuche, ich erkenne es an dieſer Myrthen⸗ krone, die meine Schweſter Lisbeth ſelbſt hineingeſtickt! O Klara, meine Klara, gieb mir Licht! Die Bruſt will mir zerſpringen vor hoher Luſt und tiefer Traurigkeit, in meinem Kopfe ſcheint ſich alles in, wirbelndem Kreiſe zu drehen! Wache oder träume ich, ich weiß es nicht!
Und wieder und immer wieder flog ſein brennender Blick über die rothen, doch ſchon ausgebleichten Schriftzüge.
— Ich möchte zweifeln, und ich möchte glauben, doch vermag ich keins von beiden! ſprach er nach einer Weile wieder. Hier ihr Ring, das Leichentuch und ihre Hand⸗ ſchrift, ſie rühren von der irdiſchen Hülle her, die doch nichts weiter iſt, als Staub und Moder; und dennoch ſind's Beweiſe, die ich ſehen und erfaſſen, daher nicht leugnen kann! Was aber hat ihr ſeliger, verklärter Geiſt mit dieſen
Die ſchwarzen Brüder. II. 2


