Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

AARRRR

Wehe! Da liegt der Höllenpakt, mit Blut geſchrie⸗ ben! Ich habe ferner keinen Theil an Euch! rief in dem⸗ ſelben Augenblicke Peter im höchſten Entſetzen, indem er wild aus dem Gemache ſtürzte.

Keiner von den Beiden hatte des Andern Worte ver⸗ nommen.

Ottokar ſtand unbeweglich, die brennenden Blicke ſtarr auf den Ring gerichtet.

Es iſt kein Zweifel, murmelte er endlich; dies iſt ihr Ring, ſie trug ihn noch am Finger, als man vor mei⸗ nen Augen den Sarg für alle Zeit bis zum Auferſtehungs⸗ tage verſchloß. O, meine Klara, kommt dies Zeichen von Dir, ſo laß mich wiſſen, was es bedeutet! Mein armer Kopf erfaßt dies Wunder nicht!

Als ob er eine Antwort erwarte, ſchweiſte ſeine Blicke im Gemach umher und blieben endlich auf dem Stück Lin⸗ nenzeug haften, das vor ihm auf dem Tiſche lag. Er ge⸗ wahrte darauf die wohlbekannten Schriftzüge der Geliebten, die er ſie zum Theil ſelber einſt gelehrt; die Schrift war offenbar mit Blut geſchrieben mit dem ihrigen vielleicht und ehe Ottokar noch dieſes Gedankens völlig mächtig werden konnte, hatte er dieſe Schriftzüge mit heißen Thränen und Küſſen bedeckt.

Nun, Klara, laß mich Deinen Willen wiſſen, ſprach r endlich, indem er ſich anſchickte, die Schrift zu leſen; er ſoll mir heilig ſein für's ganze Leben!

Er las:

Erſchrick nicht, Geliebter, wenn Dir Deine Klara Kunde von ſich giebt; ſie liebt Dich noch bis über das Grab hinaus

O, habe Dank, Du Verklärte, für dieſe beſeligende Gemißheitt unterbrach ſich Ottokar in ſchwärmeriſchem Ent⸗ zücken. O, habe Dank dafür!

Dann las er weiter: