Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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ſprach er nach einer Weile, indem er den Reſt des warmen Weines ausſchlürfte. Ja, wahrlich, ich wünſchte es!

Das iſt ein gar ſeltſamer Wunſch, mein Vater, entgegnete Helene; um ſo ſeltſamer, da Euch der Himmel einen Sohn geſchenkt, Euer Name daher nicht verlöſchen wird.

Sprich nicht von dem Bernhard, Lene, Du darfſt

ihn nicht ferner als Bruder betrachten, verſetzte Rycke. Er war es, der mit dem ſaubern Stroband Deine Entführung ausheckte, und iſt nun in alle Welt gelaufen, ich weiß nicht, wohin. Ich mag ferner nicht mehr ſeinen Namen nennen hören merke Dir das, Lene. Wie, mein Vater, Ihr wollt um einer Jugendſünde willen Euren einzigen Sohn verſtoßen? ſprach das Mädchen. Bedenkt, welch' bittere Reue Euren Vater erfaßte, als er durch ſeine Härte ſeinen Erſtgebornen einbüßte; und er hatte doch der Söhne zwei.

Mädel, was ſprichſt Du da? fuhr Rycke auf. Was b weißt Du von Begebenheiten, die ſich vor Deiner Geburt zutrugen!

und war's nicht ſo, Vater? entgegnete Helene. D'rum mögt auch Ihr nicht hart ſein gegen den einzigen Sohn, wenn er einſt kommen ſollte, Eure Verzeihung zu er⸗ flehen und daß dies geſchehen wird, ſagt mir eine innere Stimme. Es iſt dann wenigſtens Einer da, der Euch ſanft die Augen zudrückt, wenn Euer letztes Stündlein ſchlägt.

Welch' ein finſterer Geiſt hat Dich heut wieder er⸗ faßt, Lene! ſprach Rycke, die bleichen, trauernden Züge ſei⸗ ner Tochter mit unwilligem Blick betrachtend. Du ſprichſt vom Tode, als ſtünde für ihn ſchon das Sterbebett bereit. Das kommt von dem vielen Beten und Abhärmen, und Letz⸗ teres hätteſt Du doch wahrlich nicht nöthig.

Wir alle ſind ſterbliche Menſchen und fallen dem leiblichen Tode früher oder ſpäter anheim, entgegnete He⸗

lene; wohl dem, der den Augenblick nicht zu ſcheuen braucht, 1 Die ſchwarzen Brüder. I. 22