her ihn vor den ewigen, allwiſſenden Richter führt. Doch ſprach ich ja nicht von Eurem Tode, Vater, den der Him⸗ mel bis in die fernſte Zeit verſchieben möge.
— Nun, ſo ſprachſt Du doch von dem Deinigen, ver⸗ ſetzte Rycke, und thuſt auch daran Unrecht. Haſt Du denn ſo große Urſache, Dein Ende herbeizuwünſchen.
— Werdet nicht untitthig, Vater, ob meiner Worte, bat das Mädchen. Iſt es doch nur die Beſorgniß um Eure künftige Ruhe, die micheſo ſprechen läßt.
— Seltſame Beruhigung für mich, den zärtlich lieben⸗ den Vater, wenn ſein einzig Kind von nichts Anderem ſpricht, als daß es bald ſterben könnte! verſetzte Rycke bitter. Wahr⸗ lich, Lene, faſt möchte ich glauben, Du treibſt Scherz und Spiel mit meinem Vaterherzen! Weißt Du doch recht gut, daß Du meine einzige Hoffnung und meine Freude für die Zukunft biſt! Geh, geh, Du biſt auch nicht beſſer, als der Bernhard!
— Ihr ſeid hart und ungerecht, Vater! ſprach Helene. Muß ich es denn immer und immer wiederholen, daß alles, was Seltſames und Ungewöhnliches in meinem Weſen, in meinem Thun und Treiben ſich zeigt, aus meiner heißen Kindesliebe entſpringt, und daß ich mit Freuden bereit bin, Glück und Leben für Euch aufzuopfern!
— Solchen Opfers hat es bisher noch nicht bedurft und wird es hoffentlich auch für die Zukunft nicht bedürfen, entgegnete Rycke. Vielmehr muß ich Dir immer und immer, wiewohl vergeblich, wiederholen, daß gerade nur Dein Glück das meine iſt; wenn Du nun als ſelbſtfeindlich Deinem Gluͤcke eigenſinnig widerſtrebſt, ſo untergräbſt Du damit zu⸗ gleich das meine. Wann wird die Stunde ſchlagen, wo Du endlich dieſe Wahrheit begreifen wirſt! Doch jetzt ge⸗ nug davon; die Augenblicke ſind mir zu koſtbar in dieſer Zeit— auch wünſche ich, daß Du zur Ruhe gehſt.
— Ihr zürnt mir, Vater? fragte Helene mit Thränen


