Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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ANNRNNR

tin erblaſſend. Wer giebt Euch das Recht, mich in meinem Eigenthume zu überfallen?

Ihr habt kein Eigenthum mehr in den beiden Städ⸗ ten, denn man hat die Acht über Euch ausgeſprochen! er⸗ wiederte Stroband. Ihr ſeid mein Gefangener, Herr Boy⸗ tin. Ergebt Euch ruhig in Euer Schickſal; ich bürge Euch mit meinem Wort dafür, daß Eure Sache unterſucht, und bis dies geſchehen, Eurer Perſon kein ferneres Leid zuge⸗ fügt werden ſoll. Doch überliefert mir dieſe Papiere; ich hoffe, ſie werden keinen Beweis gegen Euch enthalten.

Noch einmal verſuchte Boytin gegen die Gewalt, die man ihm anthue, zu proteſtiren; doch half ihm dies nichts.

Laßt uns eilen, von hier wegzukommen! ſprach Stro⸗ band. Bald wird eine Pöbelrotte hier ſein, und wenn man Euch findet, ſo ſtehe ich für nichts!

Ich bin verloren! murmelte Boytin, indem er ſich jetzt ohne Widerſtand die Papiere aus der Hand nehmen ließ, die Stroband ſammt den ſich noch vorfindenden in ſei⸗ nen Gewahrſam nahm. Dann führte der Stadthauptmann ſeinen Gefangenen hinunter, ließ ihn von den Söldnern in die Mitte nehmen und brachte ihn ebenfalls auf's Rathhaus. Hier ertheilte er jetzt die nöthigen Anordnungen, um eine regelmäßige Ablöſung der wachehaltenden Bürger zu bewir⸗ ken; den Stadtſöldnern aber ließ er befehlen, während der ganzen Nacht auf den ihnen angewieſenen verſchiedenen Po⸗ ſten zu verbleiben.

Nachdem auch dies geſchehen, eilte der Wackere, der es trotz ſeiner patriziſchen Geſinnung aufrichtig mit dem Wohl der Bürger meinte, nach dem Hohen Hauſe. Hier hatte er ſchon während des Tages den tumultirenden Pöbel verja⸗ gen laſſen und eine ſtarke Bürgerwacht vor den Eingängen aufgeſtellt, ſowohl zum Schutze des Hauſes ſelbſt denn für den Umfang deſſelben galt der ſogenannte Burgfriede, deſſen Verletzung ſchwere Ahndung von Seiten des Kaiſers