war, gab er ſein Pferd einem Knecht und ging zu Fuß nach ſeinem Hauſe, feſt in ſeinem Mantel gehüllt, daß ihn die Leute nicht erkennen ſollten!
— So iſt die Verrätherei ſo gut als erwieſen! rief Rycke, indem er ſich bemühte, in ſeine Stimme den Aus⸗ druck des Zornes zu legen. Im Namen der beiden Städte ſpreche ich hiermit die Acht aus gegen den Verräther!
— Nieder mit ihm! Tod dem Boytin! ertönte es wild durcheinander.
— Auf Euch, Herr Bürgermeiſter, die Verantwortung, wenn Unheil geſchieht! ſprach Stroband.
— Wollt Ihr nicht Sorge tragen, Herr Stadthaupt⸗ mann, daß die Hälfte der Bürger abgelöſt werde? erwiederte Rycke. Auch mögt Ihr den kurfürſtlichen Anführer auf das Rathhaus in ſichern Gewahrſam bringen laſſen.
— Ich werde thun, was meine Pflicht erheiſcht— wie immer, ſo auch jetzt und ſpäterhin, gab Stroband zur Antwort.
Er rief einen von den Söldnern, die mit den Fackeln auf dem Platze ſtanden, erſuchte den Herrn von Strelow, ihm zu folgen, und begab ſich mit ihm auf's Rathhaus, wo er ihm ein anſtändiges Gemach anwies und Befehl er⸗ theilte, für ſeine Bedürfniſſe Sorge zu tragen. Dann nahm
er einige von den dort aufgeſtellten Stadtſöldnern mit ſich und eilte nach Boytins Haus.
Boytin befand ſich wirklich in demſelben. Er ſchien von den letzten Vorgängen nichts zu ahnen, denn Stroband fand ihn in ſeinem Gemach mit Schreiben beſchäftigt. Bei dem unerwarteten Eintritt des Stadthauptmanns ſprang er er⸗ ſchrocken auf, ergriff die vor ihm liegenden Papiere und wollte ſie in die Flamme des Kamins werfen. Doch Stro⸗ band verhinderte ihn daran, indem er ſchnell hinzuſprang und ſeinen Arm erfaßte.
— Was wollt Ihr, Herr Stadthauptmann? rief Boy⸗


