Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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Dennoch aber iſt eine Verrätherei vorgegangen! rief Rycke ſo laut, daß Alle es hörten. Seht Ihr's nicht ein, Ihr Leute? Es ſollte eine Meuterei angezettelt werden, um dabei dem Kurfürſten das Thor zu öffnen, wie ſchon vor etlichen Monden geſchehen, als ſich der Kurfürſt das Oeff⸗ nungsrecht erzwang. Und wer damals die Hand im Spiele hatte, iſt auch heute dabei betheiligt. Tod ſolchen Verrä⸗ thern! Ihre Häuſer müßten dem Erdboden gleichgemacht, ihr Eigenthum dem Volke preisgegeben werden!

Um Gott, reizt doch nicht den Pöbel auf zu ge⸗ waltſamer That! ſprach Stroband leiſe zu Rycke, dem es nicht entging, daß der Bürgermeiſter es auf Boytin münzte. Hört Ihr nicht, welchen Anklang Eure Worte bereits ge⸗ funden?

Ich gönne jedem Verräther den gerechten Lohn! rief Rycke. Und daß Boytin, der Hohenzollernknecht, ein ſolcher iſt, unterliegt keinem Zweifel!

Das iſt durchaus noch nicht erwieſen, entgegnete Stroband ebenfalls mit lauter Stimme. Er iſt nicht ein⸗ mal in den beiden Städten, und konnte alſo nicht beabſich⸗ ſichtigen, den Kurfürſtlichen die Thore zu öffnen.

Boytin iſt freilich jetzt in unſern Mauern! rief einer aus der müßigen Menge, die ſich überall da anfindet, wo ihre Gegenwart am meiſten ſchädlich iſt, und die hier haupt⸗ ſächlich aus ſogenanntenAnrüchigen beſtand Bewoh⸗ ner der ärmlichen Vorſtädte, die ſich in den Städten ſelbſt nicht niederlaſſen durften und die man damals in Verdacht hatte, früher mit den Stellmeiſern gemeinſchaftliche Sache gemacht zu haben.

Das iſt aber eine Lüge! donnerte Stroband dem Manne zu.

Es iſt die Wahrheit! entgegnete dieſer keck. Ich ſah ihn mit dem Syndikus zugleich von Britz kommen; aber am Köpenicker Thore, das zu der Zeit noch nicht geſchloſſen 21⅔