Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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Ihr ſeht, ich bin in Eurer Gewalt.

Beide traten in das Zelt.

Nun ſprecht, Herr Syndikus, was führt Euch her? begann Waldenfels, indem er ſich auf einen Feldſeſſel nieder⸗ ließ und Ottokar durch eine Handbewegung ebenfalls dazu aufforderte.

Man hörte in den Städten von Eurem Anzuge, ſprach Ottokar. Da nun, wie Ihr wißt, beſtändig Zwietracht herrſchte zwiſchen ihnen und dem Landesherrn, ſo glaubte man nicht anders, als daß der Kurfürſt ſich durch einen kühnen Handſtreich derſelben bemächtigen und jede Bürger⸗ freiheit unterdrücken wolle.

Die Züchtigung verdienten beide Städte! rief Wal⸗ denfels. Nur kraſſer Undank und böſer Wille kann den Lan⸗ desherrn ſo verkennen!

Daß ſich's nicht ſo verhält, bin ich ſchon inne wor⸗ den, ſprach Ottokar weiter, und danke Gott dafür aus freu⸗ digem Herzen, Doch war's ja immer nichts Unmögliches, zumal man ſagte, daß der Kurfürſt mit mehn denn Tauſend gegen die beiden Städte heranziehe. Man ſchloß allſogleich die Thore und beſetzte die Wälle. Da nun während des Tages kein Angriff erfolgte, und man auch gern über die Abſichten des vermeintlichen Feindes Auskunft haben wollte, ſo ſandte man mich hinaus, um, wenn es möglich, ſolche zu erlangen. Ich habe nun ganz offen gegen Euch geſprochen, und Ihr, als Ehrenmann, werdet mir dies nicht ſchuldig bleiben.

Und iſt dies alles, was Ihr von der Sache wißt? fragte Waldenfels. Bedenkt es wohl, daß Ihr, wie Ihr ſel⸗ ber eben ſagtet, in meiner Gewalt ſeid, und hat Euch etwa nur der Rath geſandt, um uns am Beiſtand der Bürger zu verhindern, ſo ſagt es lieber jetzt, bevor es Euch gereut.

Laßt Eure Drohungen, Herr Ritter, entgegnete Otto⸗ kar mit Ruhe; denn wäre wirklich meine Abſicht, was Ihr