Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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ANANRNURöTRwé;

Wer aber hat Euch dazu berufen? fragte Ottokar wieder. Waldenfels ſah ihn erſtaunt an. Woher dieſe Frage, Herr Syndikus? ſprach er dann. Doch ſagt mir, fuhr er mit mißtrauiſchem Blicke fort, zu welchem Zwecke ſeid Ihr denn herausgekommen, und wer

ſandte Euch hierher. Gehört Ihr etwa jetzt zum Anhange

des Rathes?

Hier waltet entweder ein Mißverſtändniß ob, oder es iſt eine Verrätherei im Spiele! nahm Ottokar nach kur⸗ zem Bedenken das Wort. Ihr ſeid ein Ehrenmann, Herr Ritter, und werdet zu letzterer ſicher nicht die Hand bieten. Laßt uns in Euer Zelt treten, damit wir uns frei und offen über die Abſichten, die uns hier zuſammengeführt, ausſpre⸗ chen und danach verſtändigen, wenn's möglich iſt.

Ein Mißverſtändniß konnte nur von Eurer Seite obwalten, Herr Syndikus, entgegnete Waldenfels ernſt, denn was ich zu thun habe, iſt mir klar und deutlich vorgeſchrie⸗ ben. Das Wort Verrätherei aber laßt hierbei ganz und gar aus Euren Reden weg, denn wiſſet, daß ich auf Befehl des Kurfürſten handle, und dieſer haßt den Verrath wie den Verräther.

Und dennoch nehme ich nicht das Wort zurück, ſprach Ottokar; denn was Ihr eben ſagtet, edler Herr, ſpricht für meinen Verdacht. Ob aber der Verrath gegen unſern Lan⸗ desherrn, ob er gegen die beiden Städte gerichtet iſt, wird ſich ja zeigen, ſobald Ihr meinen Wunſch erfüllt und ſo offen gegen mich ſeid, wie ich gegen Euch keinen Rückhalt haben will.

Es ſei darum, weil ich Euch kenne, erwiederte der Ritter. Doch muß ich dennoch Euch daran erinnern, daß ich nicht mit mir ſpielen laſſe, am wenigſten, wenn's gilt, die Befehle meines fürſtlichen Herrn auszuführen. Verſucht daher nicht, mich hinter's Licht zu führen.