Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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es; aber dieſe Macht hat Schranken, die er bis jetzt noch nicht zu überſchreiten vermocht hat. Er hat verſucht, in das Geheimniß meines Daſeins zu dringen; aber beim erſten Male ſcheiterte ſein Vorhaben an einem Umſtand, der viel⸗ leicht eine Fügung Gottes war, ſeine ſpäteren Verſuche ver⸗ eitelte ich, denn ich ſetzte ihm eine größere Macht entgegen, die der göttlichen Allmacht faſt gleichkommt und vor der die ſeinige ſich beugen mußte. Aber was ihm nicht vergönnt geweſen, das habe ich erforſcht, fuhr ſie mit erhöhter Stimme fort; ich habe den Endpunkt meines Lebens geſehen und weiß, daß er noch in weite Ferne hinausgerückt iſt.

Alle ſchwiegen in bangem Schrecken; Niemand zweifelte, daß die Nähe des Todes das Geiſteslicht der Kranken ver⸗ dunkelt habe, daß ſie irre rede.

Ich errathe, was Euch ſo beſtürzt macht, Ihr Lie⸗ ben, ſprach Klara nach kurzer Pauſe weiter, lächelnd im Kreiſe umherblickend. Ich will Euch die Gewihheit deſſen geben, was ich geſagt, wenn alle Anweſenden bis auf die lieben Eltern, Ottokar und Lisbeth hinausgehen wollen. Es möchte nicht gut ſein, wenn alle Leute wiſſen, was Selt⸗ ſames und Geheimnißvolles mir widerfahren iſt.

Man kam dem Wunſche der Kranken, wenn auch un⸗ gern und zögernd, nach. Klara athmete freier, als ſie ſich nicht mehr von der müßigen Neugierde ſo vieler ihr faſt fremder Leute beläſtigt ſah.

Es war in der erſten Nacht, die ich in dieſem Ge⸗ mach zubrachte, als ſich begab, was ich Euch mittheilen will, begann Klara jetzt. Die gute Lisbeth wachte an meinem Lager. Um Mitternacht trat der fremde Doktor ins Ge⸗ mach und hieß Lisbeth hinausgehen, bis er ſie rufen werde. Dann heftete er ſeinen Blick auf mich und gebot mir zu ſchlafen. Ob dies geſchah, vermag ich nicht zu ſagen, aber ich konnte alles wahrnehmen, was um mich vorging. Wei⸗ ter gebot er, ich ſolle ſehen und ſiehe da: die Sehkraft