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meiner Augen ſteigerte ſich urplötzlich ſo ungewöhnlich, daß meine Blicke nicht nur durch die geſchloſſenen Augenlider, ſondern auch durch die Wände des Hauſes drangen. Ich ſah deutlich, was Lisbeth im Nebengemach that—
— Was ſagſt Du, Klara? unterbrach ſie Lisbeth, de⸗ ren Antlitz ſich mit Purpurröthe überzog. Du hätteſt ge⸗ ſehen—
— Sorge nicht, theure Freundin, daß ich Dein Ge⸗ heimniß ausplaudern werde, entgegnte Klara lächelnd. Nur Du ſollſt hören, was ich gewahrte, und dann bezeugen, ob ich recht geſehen.
Lisbeth neigte ihr Haupt zu den Lippen der Kranken, und dieſe flüſterte ihr leiſe einige Worte ins Ohr. Stau⸗ nen und Verwirrung malten ſich in den Zügen des lauſchen⸗ den Mädchens.
— Nun, Lisbeth, war's nicht alſo? fragte Klara dann laut.
Lisbeth antwortete mit einem leiſen Ja!
Die Umſtehenden ſahen einander betroffen an.
— Glaubt nicht, ich habe etwas geſehen, deſſen ſich meine Freundin ſchämen müßte, fuhr Klara fort. Sie wird
Dich, mein Ottokar, zum Vertrauten machen, wenn Zeit und
Stunde da iſt, deſſen bin ich gewiß. Doch hört weiter. Staunend noch ob der übernatürlichen Kraft meiner geſchloſ⸗ ſenen Augen, vernahm ich des Doktors Geheiß, meine Blicke auf das Innere meines Körpers zu richten. Ich gehorchte und ſah jeden Tropfen Blutes, der durch meine Adern da⸗ hinſchoß; ich ſah die Bewegung meines Herzens und der übrigen inneren Theile meines Körpers, als ſähe ich in das Innere der Thurmuhr von St. Petri, das mir einſt der Glöckner gezeigt. Der Doktor fragte mich jetzt über Man⸗ cherlei und ich gab ihm Auskunft über alles, was ich ſah, ohne daß ich es eigentlich wollte; eine geheime Macht trieb mich dazu. Endlich wollte er wiſſen, wie lange ich noch zu


