Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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Wie Geiſtermahnen klang des Italteners Stimme durch die tiefe Stille des Gemachs, doch die grauſame, Rückſichts⸗ loſigkeit, mit welcher er verfuhr, erregte Ottokars Zorn. Heftig wollte er etwas erwiedern, aber die Worte erſtarben ihm auf der Lippe, des Doktors Blick übte auf ihn dieſelbe Wirkung aus, wie auf alle Andern. Er ſchwieg.

Pignetti kniete nieder und betete laut und inbrünſtig für das Seelenheit der Kranken; ſeine Worte kamen ſo unleug⸗ bar aus der Tiefe ſeines Herzens, daß alle Anweſenden mächtig ergriffen wurden und Viele ſeinem Beiſpiele folgten. Selbſt Ottokar ſenkte demüthig das Haupt und Klara ſank ſeufzend auf ihr Lager zurück.

Als er ſein Gebet beendet, erhob ſich Pignetti, deutete, zu Ottokar gewendet, mit der Hand gen Himmel, als wäre da der einzige Troſt für den jungen Mann zu finden, und verließ langſamen Schrittes das Gemach.

Welch ein Mann! ſprach Ottokar unwillkürlich, als ſich die Thür hinter dem Italiener geſchloſſen hatte, und ein Gemiſch von ehrfürchtiger Scheu bemächtigte ſich ſeiner. Welch ein Mann! wiederholte er, nachdem er ſich einige Augenblicke ſeinen Empfindungen überlaſſen. Iſt er ein Menſch, ein Weſen wie wir, oder

Denke nicht an ihn, mein Geliebter, unterbrach Klara die halblauten Worte des jungen Mannes; auch ſchon der Gedanke an ihn iſt hinreichend, die Seele mit denſelben Banden zu feſſeln, wie ſein Blick es vermag. Laß uns von unſerer Zukunft ſprechen, Ottokar; von dem Glücke, das un⸗ ſerer wartet, wenn ich geneſen ſein werde.

Klara, der Allmächtige wird geben, daß Dich Deine Hoffnungen nicht täuſchen! entgegnete Ottokar, obwohl er ſich banger Zweifel nicht erwehren konnte. Du wirſt leben trotz des Urtheils dieſes ſeltſamen Mannes!

Den iſt gewiß ſo, mein Ottokar, verſetzte Klara. Der fremde Doktor beſitzt eine wunderbare Macht, ich weiß