Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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waren doch beſtändig nur bei Dir. Freilich ſchwankte ich, ob ich den ehrenden Auftrag des Raths annehmen ſollte; als ich aber durch Lisbeth vernahm, daß der große Heil⸗ kundige, der ſo Außerordentliches an Kranken vollbracht, ſich Deiner annehmen werde, glaubte ich Dich ſchon außer aller Gefahr und gab den Vorſtellungen meines wackeren Die⸗ ners, der anderer Meinung war, kein Gehör. Zürne mir deswegen nicht

Hold lächelnd verſchloß Klara ſeinen Mund mit ihren Händen.

Kannſt Du denken, daß Deine Klara Dir Vor⸗ würfe machen wollte? ſprach ſte dabei. Ach, ich bin ja ſo glücklich, Dich wieder zu haben, daß ich meinen ärgſten Feind, hätte ich einen ſolchen, an mein Herz drücken könnte. Siehe, nun verlache ich ſie Alle, die mir geſtern ſo ſchwere Stunden der Angſt bereitet, indem ſie mir ſagten, daß ich ſterben müſſe. Wie kann der Tod ſich mir nahen, wenn Du bei mir biſt, mein Geliebter!

Wie das that man? fuhr Ottokar auf. Konnte ein Menſch ſo herzlos ſein

Ich that alſo! ertönte plötzlich Pignetti's tiefe Stimme im Gemach.

Ha, da iſt er wieder! rief Klara aus. Ottokar, ſchütze mich vor ihm!

Ich that es, fuhr Pignetti ruhig fort, weil es Sünde geweſen wäre, die thörichten Hoffnungen des Maͤdchens zu beſtärken, die ihren Blick vom Himmel abwendig machten und ihn der Erde zuwandten; ihr ewiges Verderben wäre die Folge dieſer Unterlaſſungsſünde. Und noch einmal ſpreche ich es daher aus: Du wirſt vor Deinem Richter ſtehen, Mägdlein, bevor die Sonne dieſes Tages untergeht. Für dieſe Welt erblüht Dir keine Hoffnung mehrz bereite Dich daher zum Tode, es iſt hohe Zeit, ſoll Dir dort oben Gnade werden!