Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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A

freue ich mich, Dich beim Erwachen zu erblicken; mein Herz ſehnte ſich ſo ſehr nach Deinem Anblick, den ich ſo lange, lange nicht gehabt! Nun aber gehſt Du auch nicht wieder fort von Deiner Klara, nicht wahr, mein Ottokar?! Wenn Du bei mir biſt, werde ich bald geneſen; und ich muß ja eilen, daß ich geſund werde, denn Weihnachten iſt nahe, und dann Du weißt es ja ſoll unſere Hochzeit ſein!

Klara, meine theure, geliebte Braut! ſtammelte Ot⸗ tokar Reinhold, tief ergriffen durch ihre zuverſichtliche Hoff⸗ nung auf baldige Geneſung, während nach allem, was er gehört, ihre Auflöſung nahe bevorſtand Klara, o Gott!

Was iſt Dir, mein Geliebter? ſprach das Mädchen, als ſie ſeine heißen Thränen auf ihren Händen fühlte; Du weinſt? Meinſt auch Du, es ſei ſo ſchlecht um mich beſtellt? Du erfüllſt mich mit Bangigkeit, Ottokar!

Seine ganze Kraft aufbietend, gelang es dem jungen Manne, ſeine Faſſung wieder zu erringen. Sollte er ihre 4 Hoffnung vernichten, indem er ſeine Gefühle verrieth, und war es denn nicht möglich, daß der gelehrte Mann, der ihr das Leben abgeſprochen, ſich irren konnte?

Du wirſt ſicherlich bald geneſen, meine Klara, ſprach er mit ziemlich feſter Stimme. Wir werden bald recht glück⸗ lich ſen!

Ja, mein Ottokar, wir werden's, entgegnete ſie mit froher Zuverſicht. Bleibe Du nur bei mir, ſo wird Alles gut werden. Komm, neige Dein Haupt näher zu mir, daß ich mich an dem Anblick Deiner lieben Züge erquicken kann, den ich ſo lange entbehrt! Warum haſt Du mich verlaſſen, Du Böſer?

Hätte ich ahnen können, daß die Krankheit Dich ſo lange darniederhalten würde, nicht um alles hätte ich die Reiſe angetreten, ſprach Ottokar. Die Geſchäfte würde manch Anderer beſſer ausgerichtet haben, denn meine Gedanken

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