Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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mehr! Wir ſprechen ſpäterhin hierüber, lieber Sohn, ſetzte er hinzu, als er das Befremden des jungen Mannes ge⸗ wahrte; nur bitte ich Euch, fragt jetzt nicht weiter.

Kopfſchüttelnd ob des unſteten Weſens, das er an Bal⸗ zer ſonſt nie gekannt, ſchwieg der Andere jetzt.

Der Schmerz und die Angſt um das geliebte Pflege⸗ kind hat den armen Mann betäubt, dachte er. O Gott, wie wird es mit mir werden, wenn das Schreckliche, das ich noch immer bezweifeln möchte, wirklich zur Wahrheit werden ſollte!

Inzwiſchen hatten auch die übrigen Anweſenden den jungen Mann bemerkt.

Seid auch mir willkommen, Herr Syndikus Reinhold, ſprach Klara's Mutter; möge Eure unerwartete Ankunft ein Zeichen des Himmels ſein, daß er unſer Gebet erhört!

Ich ſage hoffend Amen zu Eurem frommen Wunſch, geehrte Frau, erwiederte er. Gewiß wird der Himmel das

Gebet, ſo aus treuem Mutterherzen kommt, nicht unerhört laſſen! Auch Du hier, Schweſter? ſprach er weiter, als ein junges Mädchen zu ihm trat und ihr thränenbenetztes Auge an ſeine Bruſt lehnte. Freilich, konnte ich's denn von meiner treuen Lisbeth anders erwarten?!

I Sie war Klara's unermüdliche Gefährtin und ihre liebevollſte Pflegerin, ſprach Frau Katharina gerührt; möge der Himmel dereinſt ihre aufopfernde Freundſchaft lohnen!

Jetzt ſchlug die Kranke die Augen auf und wandte ihr Antlitz der Seite zu, wo Reinhold ſtand, der ſanft ſich aus den Armen der Schweſter befreiend, bei dieſem erſten Zeichen ihres Erwachens vor ihrem Lager niederknieete und ihre Hände mit glühenden Küſſen bedeckte. V

Willkommen, mein Ottokar! ſprach ſie, und die Freude färbte ihre blaſſen Wangen mit ſanftem Roth. Siehe, eben träumte ich von Dir! fuhr ſie nach einer Pauſe fort, während welcher ſie an der hochklopfenden Bruſt des Ge⸗

liebten in himmliſcher Seligkeit geruht hatte. O, wie ſehr