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ruhten auf dem bleichen Antlitz der Kranken, die zu ſchlum⸗ mern ſchien. Seine Gattin ſaß zur Seite des Lagers und hielt die Hand der Tochter in der ihrigen, während ſie be⸗ tend zu dem Kruzifix emporſchaute, das über dem Kranken⸗ lager angebracht war. Mehrere junge Mädchen, Geſpielin⸗ nen Klara's, umſtanden trauernd das Bett; die übrigen Anweſenden ſaßen oder ſtanden, wo ſie gerade Platz gefun⸗ den. Man vernahm in dem Gemach nur leiſes Weinen und Schluchzen, ſowie das Murmeln eines Mönches, der Gebete für die Kranke ſprach.
Der Eintretende konnte ſich eines leiſen Ausrufes nicht erwehren, als er die ſeltſame, durchgängig ſchwarze Dekori⸗ rung des Zimmers gewahrte. Schien es doch, als wäre man in einer Todtengruft. Langſam ſchritt er auf das Bett zu. Niemand ſchien ſeiner gewahr zu werden.
Er trat zu dem Hausherrn und legte ſeine Hand auf deſſen Schulter. Dieſer fuhr zerſtört aus ſeinen Betrach⸗⸗ tungen auf. Als er indeß den jungen Mann erblickte, ver⸗ ſchwand der ſcheue Ausdruck wieder, den ſeine Züge bei deſ⸗ ſen Berührung angenommen hatten, und mit ſchmerzlichem Lächeln reichte er ihm die Hand zum Willkommen.
— Ihr kommt zu ſchlechter Stunde, lieber Sohn, ſprach er trübe. Ich hoffte, Eure Amtsgeſchäfte in Frankfurt wür⸗ den Euch dieſen traurigen Anblick erſparen—
— Ich danke Gott, daß ich die Geſchäfte noch ſchnell genug beenden konnte, um nicht zu ſpät hier einzutreffen, entgegnete Jener. Doch ſprecht, mein theurer Vater: iſt denn keine, gar keine Hoffnung mehr? Sollte des berühmten Fremden Kunſt bei ihr allein machtlos ſein?! Wo iſt er? Ich will zu ihm; vielleicht—
— Sprecht nicht davon, zu ihm gehen zu wollen; es würde nicht helfen, vielleicht aber ſchaden, glaubt mir's. Er
hat geſagt, daß ſie ſterben müſſe, und da iſt kein Zweifel Die ſchwarzen Brüder. I. 2


