Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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ren, ſprach Rycke plötzlich, und aus den Augen des funfzig⸗ jährigen Mannes leuchtete ein jugendliches Feuer; und wenn nicht alle meine Berechnungen trügen, ſo iſt ihr Inhalt gün⸗ ſtig für uns oder vielmehr für die beiden Städte. Da iſt ja der Bote

Ihr irrt Euch, geſtrenger Herr! unterbrach ihn Wilke Blankenfeld, ein Rathsherr, der neben ihm ſtand. Das iſt nicht der Bote, den wir erwarten; das iſt vielmehr Jemand, den wir nicht erwarteten.

Bei Gott, Ihr habt Recht! rief Rycke betroffen, in⸗ dem er den Reiter ſchärfer ins Auge faßte. Den habe ich heute wenigſtens noch nicht erwartet!

Die Herren in Frankfurt müſſen ſich diesmal aus⸗ nahmsweiſe ſehr beeilt haben, ſonſt könnte er noch nicht zu⸗ rück ſein, bemerkte ein Anderer.

Sie werden ſich nicht mehr beeilt haben, als ſonſt! murmelte der Bürgermeiſter für ſich. Wie es kommt, daß er heute, gerade heute zurückkehrt, begreife ich nicht, da ſeit Pignetti's Todesausſpruch, den Niemand vorher ſich als möglich gedacht, kaum an zwanzig Stunden verfloſſen ſind.

Nach kurzem Sinnen verließ er plötzlich mit ſchnellen Schritten das Gemach.

Inzwiſchen war der Reiter im Hofe angelangt; haſtig richtete er einige Fragen an den Diener, der ihm das Roß abnahm, und eilte die Stiegen des Hauſes hinan, dem Ge⸗ mache zu, in welchem nach Pignetti's Willen Klara wͤh⸗ rend ihrer Krankheit weilen ſollte.

Vor demſelben blieb er einige Augenblicke ſtehen, um ſich zu ſammeln. Dann öffnete er die Thür und trat ge⸗ räuſchlos ein.

Das Gemach war angefüllt mit weinenden Frauen und betrübt ausſehenden Männern, welche zu den nächſten Ver⸗ wandten und Freunden der Familie gehörten. Balzer Boy⸗ tin ſtand am Kopfende des Bettes und ſeine troſtloſen Blicke