Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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45, Beſuchern und es herrſchte regeres Lebens dort, als ſonſt in der ſchönſten Jahreszeit.

Klara's Zuſtand war trotz der großen Sorgfalt, welche der Doktor Pignetti ſichtlich für ſie aufwandte, immer be⸗ denklicher, und an jenem Morgen, an welchem wir die bei⸗ den Reiter nach Britz eilen ſahen, wußte man bereits ſeit geſtern den Ausſpruch des Arztes, daß die Kranke dieſen Tag nicht überleben werde. Daher war denn auch heut ungewöhnlich großer Zuſpruch von Beſuchern in Britz, und während in den Gemächern des Hauſes ſich die größte Stille bemerkbar machte, die höchſtens durch leiſes Flüſtern unter⸗ brochen ward, ertönte der Vorhof wieder von den Geſprächen der zahlreichen Dienerſchaft, welche den verſchiedenen Gäſten angehörte, und die nicht die Rückſicht zu nehmen brauchte, wie ihre Herren da drinnen. Es ſchien hier, als würde ein Feſt in dem Hauſe begangen.

In einem Gemach, deſſen Fenſter auf die Straße des Dorfes hinausgingen, ſtand an jenem Morgen der Buͤrger⸗ meiſter Berend Rycke mit einigen anderen Herren vom Rathe, die ſämmtlich einer Verwandtſchaft angehörten, und unter⸗ hielt ſich angelegentlich, aber leiſe, mit ihnen über die wich⸗ tigen politiſchen Tagesereigniſſe, welche zu jener Zeit die Städte Berlin und Kölln bewegten und auf die wir ſpäter näher zu ſprechen kommen werden. Das Geſpräch feſſelte den Bürgermeiſter doch nicht ſo ſehr, daß er nicht von Zeit zu Zeit forſchende Blicke durch das Fenſter auf die Land⸗ ſtraße geworfen hätte, als erwarte er von dorther etwas. Wirklich vernahm man plötzlich den Hufſchlag eines Pfer⸗ des, welches im geſtreckten Laufe auf dem gefrorenen Schnee der Landſtraße dem Hauſe zujagte, wie man aus dem im mer näher kommenden Schall der Huftritte entnehmen konnte. Eine Wendung der Straße entzog den Reiter noch den Blik⸗ ken der Sprechenden.

Jetzt kommt die Botſchaft, die ich erwarte, Ihr Her⸗