Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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hinter den Wällen und Gräben der kurfürſtlichen Macht trotzen zu können vermeinte, ſpielte er ihnen mit ſeiner Don⸗ nerbüchſe, diefaule Grete genannt(das erſte Geſchütz in der Mark), ſo herzhaft eins auf, daß ihnen Hören und Sehen verging und ein feſter Thurm nach dem andern in den Staub ſank und ſie ſich auf Gnade und Ungnade unter⸗ werfen mußten. So war denn Ruhe und Sicherheit im Lande und die Bürger durften es wagen, die Mauern ihrer ſchmutzigen und engen Stadt zu verlaſſen und den Reiz des Landlebens zu genießen.

Herr Balzer Boytin pflegte ſonſt nur während der ſchö⸗ nen Jahreszeit ſeinen freundlichen, am See zu Britz belegenen Landſitz heimzuſuchen; allein in dieſem Jahre ſah er ſich ge⸗ nöthigt, auch während des Winters draußen zu bleiben, ob⸗ gleich ſein ſtattliches Haus am Platze neben der Kirche St. Petri zu Kölln ſich füglich beſſer zum Winteraufenthalte ge⸗ eignet hätte. Die Veranlaſſung zu dieſer Ausnahme gab ein Umſtand, den wir den Leſern ſogleich mittheilen wollen.

Herr Balzer Boytin hatte in reiferen Jahren eine junge Wittwe zur Gattin genommen, die mit einem aus dem Ber⸗ liner Patrizier⸗-Geſchlecht der Rycke's(Reiche) verheirathet geweſen und ihm aus ihrer erſten Ehe ein junges Töchter⸗ lein mitgebracht hatte. Da ſeine eigene Ehe kinderlos blieb⸗ ſo nahm er ſich ſeines Stiefkindes mit großer Liebe an und würde es gänzlich adoptirt haben, hätte nicht der Vater des Mädchens bei ſeinem Tode einer ſeinen Vettern, den Herrn Berend Rycke, zum Vormund ſeiner Tochter eingeſetzt; dieſer nun, mit dem Boytin aus gewiſſen Urſachen geſpannt, hatte ſtets ſeine Einwilligung zu ſolchem für ſein Mundel gewiß erſprießlichen Schritte unter allerlei Vorwand verweigert. Dies hinderte den Kaufherrn jedoch nicht, auch ferner das Mädchen zu lieben wie ſein eigenes Kind, und er duldete ihretwegen gern die läſtige Aufſicht des hochmüthigen Vor⸗ mundes, welcher bei jeder Gelegenheit im ausgedehnteſten