e herrſchſüchtigen Herren, daß ſoll Euch nicht gelingen, ſo lange der alte Andreas lebt! Wenn Euch auch der Teufel in der Geſtalt des verdammten Giftmiſchers aus Welſchland bei⸗ ſteht, ſo iſt Gottes Macht doch noch größer, und er wird die Augen und Ohren des treuen Dieners ſchärfen und ſei⸗ nen Verſtand erleuchten, auf daß Euer Vorhaben zu Schan⸗ den wird.
Er hatte eben den Eingang des Dorfes erreicht, als ein Fuhrwerk, von Berlin herkommend, ihn aus ſeinen Betrach⸗ tungen aufſtörte.
— Ha, iſt's ſchon ſo weit, daß dieſe ſich bereits hier verſammeln! murmelte er, als er in dem Fuhrwerk die ſchwar⸗ zen Kupuzen der Mönche aus dem Prediger⸗Kloſter zu Kölln gewahrte. Nun, der Welſche iſt wenigſtens dankbar gegen ſeine Hausgenoſſen; er verſchafft ihnen die Gebuhren und Sporteln, welche bei dem Leichenbegängniſſe eines Opfers abfallen.
Raſch dem ſchwerfällig ſich fortbewegenden Fuhrwerke vorauseilend, langte Andreas bald auf einem ſtattlichen Her⸗ renhofe an, wo ein ſo reges Treiben von männlichen und weiblichen Dienſtboten herrſchte, als wäre hier der Sitz eines Fürſten oder Grafen. Und doch wohnte hier nur ein ein⸗ facher Bürger von Berlin oder vielmehr von Kölln an der Spree, der frühere Kaufherr Balzer Boytin.
Seit das Regentengeſchlecht der Hohenzollern vom Kaiſer Sigismund mit der Kurwürde in der Mark belohnt worden (1415), war es auch den friedlichen Bürgern vergönnt, ſich auf ländlichen Wohnſitzen von dem Trubel der Geſchäfte zu erholen, ohne fürchten zu müſſen, von den Stellmeiſern über⸗ fallen und geplündert zu werden. Kurfürſt Friedrich I. hatte kaum die Regierung angetreten, als er mit ſtarkem Arm dem Schandweſen der adeligen Raubritter ein Ende machte; er ſäuberte das offene Land von dem Geſindel, und als es ſich auf die feſten Schlöſſer der Raubritter zurückzog und dort
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