Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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320 Der Docter. Die Amerikanerin.

des hannöveriſchen Forts, das dicht neben Bremerhafen er⸗ richtet iſt.

Eine kleine Schaluppe, mit wehender, grüner Flagge (das bremiſche und hannöveriſche Wappen vereinigt) kam zum Schiff und legte außen an, wobei es die Bootsleute mit an langen Stangen befeſtigten Haken feſthielten und alle Stricke vom Schiff aus, der Anſteckung wegen, verbaten. In dem Boote aber ſaßen zwei äußerſt ſorgfältig einge⸗ wickelte Geſtalten, wovon eine dem Herrn Docter gehörte. Dieſer ließ uns vor allen Dingen Alle über Bord ſchauen, damit er unſere Phyſiognomieen betrachten und beobachten könne, ob er nichts Verdächtiges in ihnen entdecke. Dann wurden wir verleſen, ob wir Alle da wären, und darauf er⸗ kundigte er ſich ſehr ſorgfältig nach den genaueren Umſtänden der Sterbefälle ꝛc.

Nachdem er, was er wiſſen wollte, erfahren hatte, machte er ſein Buch zu und bemerkte ganz ruhig, daß er es nach Bremen berichten wolle, und wir wohl in ein paar Tagen Nachricht erhalten würden.

Das war ſchöner Troſt, und wir behielten kaum noch Zeit, den Bootsleuten die Namen einiger Sachen zuzurufen, die ſie uns an Bord ſchaffen ſollten, wie friſches Fleiſch, Brod, Butter, Kartoffeln, Kohl ꝛc. ein gutes Zeichen, daß wir Peſtkranke waren. Ohne ſich weiter aufzuhalten ſegelte dann das kleine Boot, mit der verwünſcht langweiligen, grü⸗ nen Flagge wieder ab, und war bald im Hafen verſchwunden.

Die Amerikanerin, des Lübeckers ehelich Gemahl und zu gleicher Zeit die einzige Frau an Bord, hatte unter der