Quarantaine. 319
Um 12 Uhr drehte ſich der Wind, und am nächſten Tage ging das widrige Laviren von Neuem los, nur daß wir heute, da ein klarer Tag war, die Küſte deutlich erkannten und an Brighton ſo nahe vorbeikamen, ſogar die einzelnen Menſchen in den Straßen beobachten zu können Die Bade⸗ wagen der Stadt ſtanden in langer Reihe aufgefahren am Ufer.
An Dover fuhren wir ebenfalls dicht hinan und ſchnit⸗ ten von dort hinüber nach Calais, das wir ziemlich gut zu ſehen bekamen, verließen dann wieder die Nähe des Landes und liefen in die Nordſee ein.
Am 17. September kam endlich der Lootſe an Bord, und mit ihm neue Hoffnung; am 18. September warfen wir in der Mündung der Weſer Anker und mußten, da wir ganz ungünſtigen Wind hatten, die Fluth abwarten und dann jeden Fußbreit hinauflaviren.
Am 19. September erſt, gegen Abend erreichten wir Bremerhafen, wo wir, etwa eine Viertelmeile von der Einfahrt entfernt, bei eintretender Ebbe wieder Anker warfen.
Hier aber erklärte uns der Lootſe zu unſerem Entſetzen, daß wir, der Sterbefälle wegen, Quarantaine halten müßten, bis eine Deputation am Schiffe geweſen wäre und uns unter⸗ ſucht hätte. Das war ein trauriges Ende all unſerer ſchönen Hoffnungen, bald feſtes Land zu betreten, und ärgerlich und mißmuthig ſah ich den grünen Lappen, die Peſtflagge, am Fockmaſt gehißt.
Am nächſten Morgen rückten wir bis unter die Kanonen


