Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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Der atlantiſche Ocean. Die erſten Leuchtfeuer. 317

und da wir, ſobald wir den Golfſtrom, in dem immerwäh⸗ rende Gewitter herrſchen, verließen, das ſchönſte Wetter von der Welt und einen ſcharfen Südweſt⸗Wind bekamen, waren wir bald munter und guter Dinge.

Wir vertrieben uns Morgens die Zeit mit einem Buch oder einer Partie Schach, und ſpielten Nachmittags regel⸗ mäßig Whiſt mit dem Blinden, Capitain Erter, Beuk und ich; ſo verflog uns die Zeit wirklich merkwürdig ſchnell, und kam ja einmal eine Pauſe in die Unterhaltung, nun ſo prügelte die Amerikanerin ihren Mann, den übecker, etwas durch und warf ihm irgend ein höchſt nöthiges Hausrath⸗ ſtück an den Kopf, oder der Amerikaner wurde vom vielen Trinken halb verrückt und ſchwatzte allerlei tolles Zeug,

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ſo daß wir uns bis an die Einfahrt in den Canal(in den

erſten Tagen des September) ſehr gut unterhielten.

Hier kam ein europäiſches Küſten⸗Fahrzeug, ein kleiner Kutter, an uns heran und verkaufte uns Kartoffeln und friſche Fiſche, die gar nicht ſchlecht nach ſo langem Entbehren von etwas Ungeſalzenem mundeten. Dichter Nebel umhüllte jedoch das Ufer, und nur nach Dunkelwerden ſahen wir, erſt

an der Küſte von England, ſpäter an der Küſte der Nor⸗

mandie, Leuchtfeuer.

Es war auch wieder ein nebliger, feuchter Tag ge⸗ weſen, wo wir mit ungünſtigem Winde lavirt und lavirt hatten, da erhob ſich gegen Abend ein friſcher Weſtwind, jagte die dicken Nebel vor ſich her, und ausgebreitet im herr⸗ lichſten Gluthenlicht der untergehenden Sonne, lag die eng⸗ liſche Kreideküſte, von Tauſenden von Fahrzeugen umſchau⸗