Die Mündung des Miſſiſſippi. 311
nach New⸗Orleans hinauf, wo ſie dann andere Proviſionen dafür eintauſchen und zu ihren Familien(ja wirklich Fa⸗ milien, denn ſelbſt Frauen und Kinder leben dort) zu⸗ rückkehren. Die Männer ſind meiſt alle Lootſen.
Als wir hinkamen, war auch nicht eine einzige Auſter im ganzen Neſte, ja nicht einmal etwas Anderes, denn wie mir geſagt wurde, erwartete die ganze Bevölkerung ſehnſüchtig ein Proviſionsboot.
Ein Glas, mit Vitriol verſetzten„brandys“ war Alles was wir dort bekommen konnten, und froh, den wahnſin⸗ nigen Mosquitos der kleinen Anſiedlung entgangen zu ſein, fuhren wir wieder an Bord zurück.
Um 9 Uhr nächſten Morgens lichteten wir die Anker, das Dampfboot„Porpoiſe,“ das während der Zeit einige kleinere Schiffe über die Sandbank gebracht hatte, kam heran, nahm uns in das Schlepptau, und mit genauer Noth rutſchten wir über den Sand fort, auf dem wir deutlich den Kiel konnten ſcheuern fühlen.
Die„Porpoiſe“ führte uns noch mehre Meilen in den Golf hinein und verließ uns dann, unſeren Weg, ſo gut wir konnten allein fortzuſetzen. Da aber faſt gar kein Wind wehte, ging die Sache ſehr langſam, und endlich lagen wir ganz ſtill.
Meine Mitpaſſagiere beſtanden aus dem ſchon erwähn⸗ ten Hamburger Kaufmanne, dem Amerikaner, der nach Deutſchland kam um Leute für Texas zu werben und ſeine Tauſende von Ackern, die er dort beſaß, zu verkaufen(ich habe noch nie einen von Texas Kommenden geſehen, der nicht


