Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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310 Die Mündung des Miſſiſſippi.

Hrn. Beuk, und einen Amerikaner, mit in die Schaluppe, und eine halbe Stunde ſcharfen Ruderns brachte uns an Land. An Land? nein, an, auf Pfähle befeſtigte Breter. Ein ſchrecklicherer Ort wie dieſer iſt mir in meinem Leben noch nicht vorgekommen.

Dieſer Vorpoſten amerikaniſcher Glückſeligkeit ruht auf Pfählen, auf denen die Häuſer erbaut ſind, und unter wel⸗ chen das Waſſer zur Fluthzeit ganz freundlich herumläuft. In der Ebbe, und Ebbe war es als wir hinüberfuhren, läßt es aber einen dünnen, zähen Schlamm zurück, auf dem kein Menſch gehen könnte, ohne einzuſinken und für immer zu verſchwinden. Um jedoch die Verbindung zwiſchen den leichten Breterhäuſern herzuſtellen, waren(auf welche Art, iſt mir noch jetzt unbegreiflich) Pfähle eingeſchlagen oder wohl nur in den Schlamm eingedrückt, und auf ihnen Plan⸗ ken befeſtigt, ſo daß man nur auf dieſen umhergehen konnte; unten im Schlamme aber wimmelte es von allerlei ekelhaften, kriechenden Geſchöpfen.

Schon früher hörte ich einmal einen Amerikaner ſagen; der liebe Gott habe gar nicht beabſichtigt, daß Menſchen in Louiſiana leben ſollten, und das Land blos für Mosquitos, Alligatoren und Ochſenfröſche erſchaffen. Hier wurde mir das aber erſt recht klar, denn wie ein vernünftiger Menſch auf den Gedanken kommen konnte, ſich an einem ſolchen Platze häuslich niederzulaſſen, begreife ich jetzt noch nicht. 1

Die Einwohner fangen, eine kurze Strecke von dort ent⸗ fernt, Auſtern, verkaufen einen Theil von dieſen an die Schiffe und ſchaffen ihre kleinen, damit beladenen Fahrzeuge