Mündung des Miſſiſſippi. 309
Hier aber fanden wir Geſellſchaft; die Porpoiſe hatte noch eine franzöſiſche Brig und drei Schooner im Schlepptau, und fort ging es jetzt, feſt an die Seite des rauchenden und puffenden Dampfers geſchnallt, wie eine kleine Flotte den dunkeln Strom hinunter.
Gegen Mittag erreichten wir die Mündung des Miſſiſſippi und warfen Anker. Aber, lieber Gott, was für eine Gegend iſt das; überall ragt das grüne, dünne Rohr aus dem
Waſſer hervor und bildet ſo einen landähnlichen Gegenſatz
zum Fluß, aber ohne Ufer. Ueberall dazwiſchen durch drängt ſich die gelbe Fluth, daß ſich kein Zoll breit feſten ſicheren Bodens dem Fuß, wie dem faſt ängſtlich umherſchweifenden Auge bietet.
Der Miſſiſſippi iſt hier noch ein Strom, aber er hat keine Ufer mehr, und ſieht dennoch aus, als ob er in ſein Bett einge⸗ ſchloſſen wäre. Wie groß war aber mein Erſtaunen, als ich Häuſer aus dieſer Waſſer⸗ und Schilf⸗Wüſte hervorragen ſah und ſogar lebende Weſen bemerkte, die ſich zwiſchen ihnen herum zu bewegen ſchienen.
Wir konnten, nach Ausſage unſeres Lootſen, erſt am nächſten Morgen, bei hellem Tage und mit Eintritt der Fluth, die Ueberfahrt über die Sandbank, welche ſich hier quer durch den Fluß zieht, verſuchen, und der Capitain beſchloß, da wir doch den ganzen Nachmittag Nichts weiter zu thun hatten, nach der Häuſerreihe hinüberzufahren, um zu ſehen ob wir dort vielleicht Auſtern oder ſonſt etwas Eßbares zu kaufen bekannnen Aurhhn Geſagt, gethan! Capitain Exter nahm noch, außer mir, zwei Paſſagiere, einen Hamburger,


