Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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308 New⸗Orleans.

all, oft im tollſten Gedränge, kleine Ruhehäfen angelegt, wo eine blank geſcheuerte, koloſſale, meſſingene Kaffeemaſchine auf einem kleinen Tiſche, um den mehre Stühle ſtehen, fun⸗ kelt. Taſſen, mit mehren Tellern voll Backwerk, ſtehen dabei, und hübſche, junge Mädchen beſorgen das Einſchenken. Zu jeder Stunde des Tages und der Nacht kann man hier hei⸗ ßen Kaffee bekommen(bei manchen auch ebenfalls Thee und Chocolade), und ich bin faſt jede Nacht, da ich mich nicht entſchließen konnte, in den kleinen, heißen Stuben wohin kein Luftzug drang, zu ſchlafen, wenn mich nicht die äußerſte Er⸗ ſchöpfung dazu zwang, in den ſtets belebten Straßen um⸗ hergeſchlendert und habe Kaffee getrunken. Mit Tagesanbruch ging ich dann auf dem unteren Markte herum, dort das Leben und Treiben beobachtend und das Gewimmel von Amerikanern, Franzoſen, Creolen, Engländern, Deutſchen, Spaniern, Italienern, Negern, Mulatten, Meſtizen, In⸗ dianern ꝛc. zu ſchauen, verfügte mich dann zu Hauſe, früh⸗ ſtückte, wobei, der Sitte der Creolen gemäß, ſtatt Kaffee, Rothwein mit Eis zum Frühſtücke getrunken wird, und legte mich ein paar Stunden nieder. Krn. leiſtete mir, ſoweit es ſeine Geſchäfte erlaubten, treulich Geſellſchaft, und manche lange Stunde verplauderten wir mit einander.

Endlich, nach dreiwöchentlichem Harren, war am 22. Juli der„Olbers“ cleared d. i. fix und fertig, auszu⸗ laufen, unſere Sachen waren am Bord, Abſchied war ge⸗ nommen, ein recht herzlicher Abſchied von Krn. den ich wie einen Bruder liebgewonnen, und um 10 Uhr Abends legte das Schlepp⸗Dampfboot„Porpoiſe,“ an unſerer Seite an.

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