Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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14 Vorbereitung zum Examen.

Da redeten mir mehre meiner guten Freunde zu, doch das Examen zu machen und Schullehrer zu werden, wo ich gleich im Anfang 25— 30 Dollar Gehalt bekommen könnte. Die Sache leuchtete mir ein, d. h. nicht Schulmeiſter zu werden, ſondern das Examen zu machen, denn es war etwas Neues und ich verſprach mir vielen Spaß davon.

Nothwendig war es aber jetzt, daß ich zu dieſem Zwecke eine Zeitlang ordentlich ſtudiren mußte, denn mit meiner engliſchen Grammatik ſah es noch trübſelig aus, mit der Geographie auch nicht beſonders(die vereinigten Staaten ausgenommen, wo ich ziemlich zu Hauſe war), das Rechnen ſetzte aber Allem die Krone auf, denn das Wenige, das ich einmal früher gewußt, hatte ich faſt alles wieder verlernt. Mit ungeheuerem Fleiße fing ich daher an zu arbeiten, lernte die Grammatik faſt auswendig, prägte mir ordentlich die Geographie der vereinigten Staaten ein, und warf mich mit wahrer Wuth über drei verſchiedene Rechenbücher her.

Der verhängnißvolle Tag erſchien. Außer mir waren noch zwei Deutſche, die ſich examiniren ließen, nebſt drei Amerikanern, und 5 oder 6 jungen Damen für den weib⸗ lichen Theil der Schule.

Irgend eine Form wurde dabei nicht verlangt. Man mußte ſich nur melden, und von irgend einem Bürger der Stadt ein Zeugniß über guten moraliſchen Charakter bei⸗ bringen. Das hatte mir mein früherer Lehrherr oder Arbeit⸗ geber des edlen Silberſchmiedewerkes auf ſehr glänzende Weiſe gegeben, und da nicht einmal ein ſchwarzer Frack ver⸗ langt wurde— denn ich ging in meinem Staubhemd zum