Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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12 Schlangen.

von Schlangen, während die Luft durch Mosquitos ordentlich verdichtet war. Hier half aber kein Beſinnen, ich war ein⸗ mal an Ort und Stelle und mußte arbeiten.

Daß ich damals geſund blieb, und nicht wieder das kalte Fieber bekam iſt mir noch jetzt ein Räthſel. Den ganzen Tag ſtand ich meiſt bis an die Knie im Waſſer, und der warme, in der heißen Sonne aufſteigende Dunſt war oft kaum zu ertragen.

Nie im Leben und an keiner Stelle habe ich dabei eine ſolche Unmaſſe von Schlangen zuſammengeſehn, wie gerade hier. Klapperſchlangen gab es beim Dutzend, Königsſchlan⸗ gen, Moccaſins, cotton-mouth, und wie ſie alle heißen. Wenn ich ſo im Waſſeer ſtand, konnte ich überall, wo nur irgend ein trockener Fleck war, auch ſicher darauf rechnen daß dort eine Schlange lag manchmal ein paar. Faſt alle dieſe waren giftig, die cotton-mouth⸗Schlange ſoll aber die gefährlichſte ſein und nicht einmal der Indianer, wie die Hinterwäldler behaupten, ſweiß ein Mittel dagegen. Man ſagt daß wenn ein Eingeborener von einer ſolchen Schlange gebiſſen würde, wickele er ſich, in ſein Schickſal ergeben, in ſeine Decke, und lege ſich zum Sterben nieder.

Nichts deſtoweniger aber daß ich zwiſchen dieſen Beſtien im wahren Sinn des Wortes lebte, bin ich nicht ein einziges

Mal von ihnen gebiſſen worden, und habe auch in der That

in den langen Jahren, die ich mich in Amerika aufgehalten

nur ſehr wenige und ſehr vereinzelte Beiſpiele gehört, daß Leute vom Biß einer Schlange getödtet wären.

Wunderſchöne Angelruthen wuchſen hier, und ich hieb