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Beſſerungsverſuche. 299
Debatte, bei der es nicht an mir lag, wenn er nicht erfuhr was ich eigentlich über die Schreierei dachte.
MO. kam jetzt herein und nahm des Langen Partei, aber ich hielt Stand; endlich kam auch noch die Frau und ſchlug ſich zu meinen Feinden, ich behauptete aber immer noch meine Stelle, doch hätten die drei Alliirten auf jeden Fall meine Feſtung nach kurzer Zeit ausgehungert und zur Ueber⸗ gabe gezwungen, wenn nicht eine Negerin, als es gerade an⸗ fing dunkel zu werden, zu meiner Hilfe mit dem Abendeſſen angerückt gekommen wäre.
Vor dem Eſſen hielt der Schreckliche ein wahrhaft Ent⸗ ſetzen erregendes, langes Tiſchgebet, ſo daß ſelbſt die fromme Frau vom Hauſe anfing für ihre Speiſen beſorgt zu werden und unruhig auf dem Stuhle hin⸗ und herrückte. Doch auch dieß endigte, und wir fielen nun wie Wehrwölfe über das Nachtmahl her.
Als wir nach dem Eſſen wieder am Kamine ſaßen, plagte M'O. der Böſe, daß er den Langen bat, er möchte doch
etwas ſingen, aber beinahe wäre ich dieſem um den Hals ge⸗
fallen, als er mit trauriger Miene verſicherte, er hätte ſein Buch vergeſſen, es ſtecke im braunen Rocke zu Hauſe.— Ich ſah den braunen Rock ordentlich am Nagel hängen, mit dem ſchmalen Kragen und den langen Schößen, den abgetragenen Knöpfen und dem dunkelbraunen Flicken am linken Ellen⸗ bogen.— Meine Freude währte aber nicht lange, denn er verſprach M'O., er wolle ſein Beſtes verſuchen, ihm ein Lied auswendig vorzuſingen.
Es mochte 6 Uhr ſein, als er mit bald ſchmetternder,


