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298 Die Wittwen. Der Methodiſtenprediger.
M'O. nahm mich herzlich auf und that Alles, um mir es ſo behaglich als möglich zu machen. Seine Frau kam erſt ſpäter, da ſie in die Nachbarſchaft geritten war ein paar Wittwen zu beſuchen.
Es iſt merkwürdig wie viele Wittwen ſich in dieſem Sumpfe aufhalten; wo man hinkommt, findet man eine Wittwe, und ich bin feſt überzeugt, der alte„Weller“ in den Pickwickiern würde ſich hier höchſt unglücklich gefühlt haben. Das Klima muß außer allem Zweifel in jener Gegend ge⸗ ſünder für das weibliche Geſchlecht ſein, denn der Mann ſtirbt faſt immer zuerſt— vielleicht aber auch nur deshalb, weil er der Sumpfnäſſe mehr ausgeſetzt iſt, und größere Strapazen zu ertragen hat als die Frau.
Wir ſaßen am flackernden Kaminfeuer und erzählten uns eben ein paar Geſchichten, als ſich auf ein Mal die Thüre, der ich den Rücken zugedreht hatte, verdunkelte; ich wandte mich um, den neuen Ankömmling zu ſehen, und ſprang ent⸗ ſetzt auf,— denn— es war der lange Methodiſtenprediger. Allmächtiger Gott, ſo nahe dem Entrinnen(nur noch eine Nacht, und ich wäre aus ſeinem Bereiche geweſen), und den⸗ noch ereilte mich die lange Geſtalt wieder. Mit zwei Schritten war er bei mir, reichte mir die Hand und kraftlos ſank ich in meinen Stuhl zurück. M'⸗O. ging hinaus, ſein Pferd zu beſorgen, und er ſelber verlor indeſſen keine Zeit, mir mit gar erbaulicher Stimme die Vortheile eines religiöſen Lebens⸗ wandels auseinander zu ſetzen. Da erwachte aber in mir der
Geiſt des Widerſpruches, und wir begannen eine ernſthafte
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