Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Der ſtürzende Baum. 297

den zu wandern und nicht mehr wie eine Amphibie, halb im Waſſer und halb in der Erde, oder vielmehr im Schlamme zu ſtecken.

Wir hatten einige Stunden vortrefflich geſchlafen, als plötzlich, nur wenige Schritte von uns entfernt, ein unge heures Krachen, als wenn Himmel und Erde berſten wollte, uns blitzſchnell auf die Beine brachte. Der Baum, den wir geſtern faſt umgehackt und dann nicht weiter beachtet hatten, war von dem ſich erhebenden Winde umgeſtürzt. Eben dieſer Wind aber bewirkte unſere Rettung, denn er warf den Baum auf die unſerem Lager entgegengeſetzte Richtung, ſonſt hätten wir unſeren Leichtſinn ſchwer büßen können. Jetzt war er glücklicher Weiſe von uns abwärts und gerade über den Brushy lake gefallen und bildete für mich am nächſten Mor⸗ gen keine übele Brücke. Die Hunde zogen gleich beim erſten Krachen die Schwänze ein und empfahlen ſich. Wir lachten noch eine Weile über unſer ſchnelles Aufſpringen und legten uns dann wieder ruhig nieder.

Als es tagte, waren wir beide gerüſtet. Pearce packte ſein Bärenfleiſch auf's Pferd und ich ſelber wanderte, herz⸗ lichen Abſchied von ihm nehmend, nach N. O. Nach drei⸗ ſtündigem Marſchiren, faſt immer bis an die Kniee, oft bis an den Gürtel im Waſſer, erreichte ich endlich die breite Straße, die nach Memphis führt, und zog nun öſtlich.

Nachmittags kam ich an St.'s alte Farm und ging noch eine halbe Meile weiter, um bei M'O. zu übernachten. Ich

freute mich ſchon den ganzen Weg auf ein warmes Bett und

ein Lager in einem Hauſe, unter Menſchen.