Letzter Fieberanfall in Amerika. 287
mich ermattet, und ich warf mich beim Feuer nieder, um aus⸗ zuruhen, doch mochte ich wohl meine Kräfte zu ſehr ange— ſtrengt haben, denn gar bald wieder fühlte ich das kalte Fieber meinen Körper chütteln. Das Frieren dauerte wohl 2 Stunden, und ich glaubte, es nie ſo heftig gehabt zu ha⸗ ben; dann ſuchte mich die glühendſte Hitze heim und ließ mich Schnee und Eis umher vergeſſen. Erſt gegen Abend fühlte ich mich etwas beſſer, doch war ich zu matt, weiter gehen zu können, räumte den Schnee um mich herum weg, machte eine Schutzwehr davon, den Wind von mir abzuhalten, und ſchlief, nachdem ich mir noch einen guten Holzvorrath herbeigeſucht hatte, die Nacht ſanft und ſüß. Merkwürdiger Weiſe war dies das letzte Mal, das ich das kalte Fieber in Amerika bekam.
Den nächſten Tag, obgleich wieder wohl, war ich doch noch ſehr ſchwach und blieb bis gegen Abend am warmen Feuer hingeſtreckt, von meinem Wildpret zehrend, liegen.
Gegen Abend, mehr um mir Bewegung zu machen und „etwas an die friſche Luft zu kommen,“ als um zu jagen, ging ich fort, doch kehrte ich, obgleich ich marſchfertig war, noch ein Mal zu meinem alten Lager zurück und brach am
dritten Tage endlich im Ernſt auſ die ſo heiß erſehnten—
Büffel zu finden.
Ich hatte eine ſüdliche Richtung eingeſchlagen und war ein paar Stunden langſam fortgeſchlendert, als ich plötzlich an ein Lager kam, in dem einige 20 Büffel die vergangene Nacht gelegen haben mußten. Ich verlor jetzt keine Zeit mehr, ſondern folgte den breit ausgetretenen Spuren der Heerde,


