18 Die Küche.
b gen und am Sonntag Nachmittag fanden ſich zuerſt wieder einige Gruppen hie und da zuſammen. Die Leute fühlten, daß 4 ſie verzweifeln müßten, wenn ſie nicht geſellig würden, den⸗ noch ſtörte ein plötzlicher Ausbruch der Seekrankheit gar oft ganz fröhlich begonnene Unterhaltungen. Die Herzhafteren wagten nun auch ſchon, wieder ein wenig auf's Verdeck zu gehen, mußten aber manchmal ihre Kühnheit theuer büßen, wenn eine etwas außergewöhnlich große Welle, vom Schiff gebrochen, über das Deck fegte und alle in ihrem Bereihe Befindliche bis auf die Haut durchnäßte. Gegen Abend hei⸗ terte es ſich etwas auf, und ich miſchte mich vorn unter die Matroſen, ihren Erzählungen und Liedern und Seeaneckdoten lauſchend. Den nächſten Tag war es wieder daſſelbe Spiel, die See rauher und wilder denn je, und die Seekrankheit auf dem höchſten Puncte. Die Sache begann mich anzuekeln, und ich kletterte in die Marſen(Maſtkorb) hinauf, um wenig⸗ ſtens außer dem Bereiche der Kranken zu ſein. Ich kam I auch nicht eher wieder auf's Verdeck, bis das„Schaffen“ des Kochs etwas Warmes für den inneren Menſchen verkün⸗ ddeete, das übrigens dieſen Mittag nur von dem kleinſten Theile der Paſſagiere beachtet wurde. Hier wäre es nun wohl am Platze, auch etwas über die Kocherei und Art der Bewirthung auf den Schiffen, die ſich auf den meiſten gleich iſt, zu ſagen. Die Küche ſelber iſt ein kleines Breterhaus, auf dem Verdeck aufgerichtet und mit Klammern und Tauen ſo befeſtigt, daß ihm die über das Schiff ſchlagenden Wellen nichts anhaben können. Der Ver⸗


