16 Seekrankheit.
kelt, ziemlich unruhig zu gehen, und ein unerträgliches Ge⸗ fühl weckte mich in der Nacht. Ich erwachte und fühlte, daß ich mit dem Kopfe viel niedriger als mit den Füßen lag. Wir lagen nämlich, auf der Steuerbordſeite*) des Schiffes, mit dem Kopfe, der friſcheren Luft wegen, dem offenen Gang⸗ weg zu; der Wind aber kam jetzt von NO., und das Schiff lag ziemlich ſchräg auf die Backbord- oder linke Seite hin⸗ über, wodurch unſere Beine natürlich in die Höhe kamen. Unter Lachen und Fluchen, und nicht ohne bedeutende Schwie⸗ rigkeiten veränderten wir unſere Lage und befanden uns dann etwas behaglicher— wenn man das eben behaglich nennen kann, daß wir jetzt mit den Köpfen in dem engen dunſtigen Raum an der Schiffswand lagen. und kaum athmen konnten.
Die nächſte Morgenſonne beſchien manches leichenblaſſe ellenlange Geſicht. Die See ging hoch, das Schiff ſchwankte und ſchaukelte furchtbar und hatte die unangenehmſte Be⸗ wegung, die es haben kann, indem es von den Wellen vorn hoch emporgehoben wurde und dann wieder tief in ſie hinein⸗ ſchlug, und zwar ſo reißend ſchnell, daß Einem der Athem bei manchen Sprüngen verging. Dieſe Bewegung blieb nicht ohne Folgen. Die Magen der meiſten unſerer lieben Un⸗ glücksgefährten, zwar an eine anſtändige Bewegung, aber keineswegs an dieſes Herumwerfen und Auf⸗ und Abſchüt⸗ teln gewöhnt, revoltirten, und fürchterlich war das Reſultat.
Wie ich ſchon erwähnt habe, hatten wir eine ſehr große
*) Die rechte Seite vom Schiff, wenn man am Steuerruder ſteht und nach vorn ſieht, Backbord oder Larbord heißt die linke Seite.


