Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Der Scheideblick vom Vaterland. 15

jubelnd durcheinander, Niemand wollte unten im Raume bleiben, und das Verdeck wimmelte.

Mit ziemlich gutem Winde ſegelten wir aus und erreich⸗ ten in kurzer Zeit die Nordſee. Der Landſtreifen, den wir noch ſahen, wurde ſchmäler und ſchmäler, der Lootſe ſtieg in ſeinen kleinen Kutter und verließ uns. Auch dieß Fahrzeug wurde kleiner und kleiner. Jetzt ſchaute nur noch ein dünner, blauer Streifen mit einem ſchwarzen Puncte darauf hervor; es war der Kirchthurm von Wangeroog, und auch dieſer wurde endlich immer nebliger und unbeſtimmter.

Dort ſchwand die Heimath das verlaſſene Vaterland. In der blauen Ferne, dort, hinter jenen dünnen Wolken, die ſich auf dem Waſſer lagerten, lebte Alles, was mir auf dieſer Welt lieb und theuer war, Alles und ich hatte nicht einmal eine Thräne, als das Letzte vom heimiſchen Strande im Nebel zerfloß, keine Thräne. Es war, als ob der Quell verſiegt ſei, und mit trockenen Augen ſtarrte ich noch lange, lange nach der theueren Himmelsgegend.

Es dunkelte, und ich ging früh zu Bett. Ich ſehnte mich heute danach ruhig und ungeſtört meinen Gedanken nachhängen zu können. Auch im übrigen Zwiſchendeck war es heut weit ſtiller als die früheren Tage. Der Abſchied von der Heimath mochte doch auch Manchem an's Herz ge⸗ rückt ſein, und die weite öde Waſſerwüſte, die uns umgab, hatte überhaupt etwas Bewältigendes, geheimnißvoll Groß⸗ artiges, das den leichten Scherz und Spott eben nicht auf⸗ kommen ließ. 8 Das Schiff fing jetzt an, von günſtigem Winde geſchau⸗