12 Das Frühaufſtehen.
Schädel gut dabei befunden hätten. Wir legten uns end⸗ lich ſämmtlich auf die Seite, und H. ſchob ſich noch ein. Er paßte gerade in die Lücke; an ein Umdrehen war aber nun nicht mehr zu denken, und ſo verbrachten wir die erſte Nacht auf dem ſo lang erſehnten Schiffe.
Als ich, wenigſtens auf der linken Seite, denn die rechte war und blieb feſt eingeſchlafen, am nächſten Morgen auf⸗ wachte, ſchienen mir alle Glieder wie zerſchlagen und zer⸗ ſtoßen. Es fehlte nicht viel, ſo hätt' ich das Heimweh be⸗ kommen.
Ein Eimer voll Weſerwaſſer, das hier ſchon halb ſalzig iſt, diente mir an dem Morgen, wie ſpäter auf der ganzen Reiſe, zum Waſchbecken. Der Wind pfiff recht kalt und un⸗ freundlich durch das Tauwerk, und die ganze Sache wollte mir eigentlich gar nicht ſo beſonders gefallen. Das war der Anfang der Proſa, wo ich mir gleich vom Anfang an nur Poeſie geträumt, lieber Gott! Ich ſchämte mich übrigens irgend einem Anderen ein Wort davon zu ſagen — wenn mir auch ſpäter eingefallen iſt, daß den Anderen vielleicht an dem Morgen eben ſo zu Muthe war— und
verbiß meine Gedanken mit einem ſo viel als möglich gleich⸗
gültigem Geſicht.
Jetzt fing es auch unten an lebendig zu werden, und als ich durch die enge Oeffnung in das Zwiſchendeck hinunter⸗ ſchaute, fiel mir Schiller's Taucher recht lebhaft ein,„wie's von Salamandern, Molchen und Drachen ſich regt in dem furchtbaren Höllenrachen.“ Lachen, Singen, Toben, Kinder⸗ ſchreien, Weinen, Beten, Fluchen, Alles, Alles tönte von da


