„Schaffen.“ 13
unten herauf, und bald kletterte ein verſchlafenes Geſicht nach dem anderen die ſteile Leiter herauf und blinzelte mit den, an die Dunkelheit gewöhnten Augen der hie und da durch dünne, graue Wolken blinkenden Morgenſonne entgegen.
Als das wohl eine Stunde gedauert hatte, in der die Leute oben verſuchten, ſich den Schlaf aus den Augen zu waſchen, rief plötzlich eine kräftige Stimme im Vordertheil des Schiffes:„Schaffen!“— und gleich darauf kam Leben in den Theil unſerer Schiffsmannſchaft, welcher ſchon einige Tage an Bord war, und das geheimnißvolle Wort verſtand. Aber auch uns ſollte es bald erklärt werden, denn es erwieß ſich als eines der wichtigſten Worte für die ganze Reiſe, es hieß nämlich„Frühſtück, Mittageſſen, Abendbrod“— Alles, es war gewiſſermaßen eine Schiffshieroglyphe. Wir bekamen Kaffee, Schiffszwieback und Schwarzbrod, Alles ziemlich gut; Jeder mußte aber mit ſeinem Kaffeetopfe oder Keſſel, oder was er ſonſt hatte, hingehen und es ſich ſelber holen.
Jetzt hatte ich erſt Zeit mir meine Reiſegefährten ein wenig genauer zu betrachten. H's. habe ich ſchon erwähnt, die anderen drei waren ein Tiſchler Mlhr., ein Doctor Tsmr. und ein Apotheker Vgl., die beiden Letzteren ein paar koloſſale Geſtalten, die füglich eine Coye für ſich allein hätten haben ſollen. Alles, übrigens was ſich von den Leuten nach dem erſten Eindruck beurtheilen ließ, ſchien mir angenehme Geſellſchaft zu verſprechen.
Die Unordnung, die jetzt noch auf dem Schiffe herrſchte, war wirklich grenzenlos; Keiner wußte, wo er hingehörte, und ein Jeder fragte nach ſeinen Sachen, nach dem und dem


