8 Der Theertopf.
ein viereckiges Loch mit hineingepaßtem Deckel eingeſchnit⸗ ten war.
Der Matroſe, der, beiläufig geſagt, in Bracke zu viel geladen und dabei die Grundregel bei dem Befrachten eines Schiffes vergeſſen hatte, die ſchwerſten Sachen nie in den oberen Raum zu ſtauen, taumelte in die enge Oeffnung hinein und machte dem Kleeblatt da unten begreiflich, daß er das viereckige Loch in der Mitte aufmachen müſſe, und ſie ſich daher, ſo gut es ginge, an die Wand drücken möchten. Geſagt, gethan. Die Aufforderung, ſich an die Wand zu drücken, war übrigens leichter ausgeſprochen, als in Aus⸗ führung gebracht, da ſchmale Bänke an den niederen Wän⸗ den hinliefen. Der Verſchlag wurde jedoch geöffnet, der eiſerne Topf hervorgezogen und mit dem einen ſcharfen Fuße gerade auf Wilhelm's Zehe niedergeſetzt, der den Fuß zurück und die Ferſe hinten gegen die Wand ſchlug. Aber ſein Leidenskelch war noch nicht vorüber. Mit himmliſcher Ge⸗ duld erwartete er den Abzug des Matroſen, der den Topf mit beiden Händen in die Höhe hob, ihn dem obenſtehenden, ſchon die Hände danach ausſtreckenden Kahnführer zuzureichen. So glücklich ſollte die Sache aber nicht abgehen; der ziem⸗ licch ſchwere Topf mit dem flüſſigen Theer drehte ſich in des Taumelnden Hand— Wilhelm bekam den Theer und der Capitain den Topf, und während der letztere oben wie ein Heide oder viel beſſer wie ein chriſtlicher Seemann, wetterte und fluchte, ſtand Wilhelm unten wie Butter an der Sonne, mochte ſich nicht einmal anfaſſen und ſchnitt ein höchſt un⸗ glückſeliges Geſicht.


