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6 Tanz in Bracke.
kaufte für wenige Grote einige herrliche Schellfiſche, die uns
unſer Capitano von ſeinem dienſtbaren Geiſte zum Feuer ſetzen ließ. Natürlich aß er, als ſie zubereitet waren, auch mit. Mit eintretender Fluth ankerten wir von Neuem, und
H. und ich fuhren mit dem einzigen Matroſen, den wir hat⸗
ten, an Land, wieder einige Proviſion einzunehmen. Unſere Waſſerfahrt drohte etwas langwierig zu werden. Nachmit⸗ tags lichteten wir mit der Ebbe den Anker und kamen bis an ein kleines Städtchen, ich glaube, es heißt Bracke, von wo uns fröhliche Tanzmuſik entgegenſchallte.
Unſer Theerjack wäre aber da nicht vorbeigefahren, und wenn die ganze Bremer Admiralität daneben Schildwacht geſtanden hätte. Trotz dem günſtigen Winde und der Ebbe wurde geankert, und das kleine Schiff, das er, hinten ange⸗ bunden, immer mit ſich führte, brachte wenigſtens den jün⸗ geren Theil der Paſſagiere(einige ganz junge Schreihälſe ausgenommen) an's Ufer.
Dort drehten ſich viele Stunden lang, vielleicht zum letz⸗ ten Mal die jungen Leute auf vaterländiſchem Boden luſtig nach dem Takt der Violinen und Clarinette. Mir aber war freilich nicht wie Tanzen zu Muthe, und in eine Ecke gedrückt ſah ich dem wilden Schwarme der Ausgelaſſenen zu. Mancher von ihnen hätte ſich auch vielleicht lieber in irgend einem ſtillen Winkel recht herzlich ausgeweint, als hier die Beine im Takt umherzuwerfen, aber die Muſik betäubte was ihnen im Herzen brannte, und einmal in den Strudel hineingeriſſen gaben ſie ſich ihm nun ſo viel williger hin.
Die einbrechende Nacht rüttelte da endlich das ſonſt eben


