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4 Paſſagiere.
Schranke an der anderen, etwa 6 Fuß ins Gevierte, ſo nen⸗ nen darf.
Man denke ſich nun in dieſem Kahne(die Cajüte ſtand blos zur Verfügung des Kahnführers oder Capitains, wie er ſich gern nennen hörte) 60 Paſſagiere, ſage ſechszig leben⸗ dige Paſſagiere, mit ihren Koffern, Kiſten, Hutſchachteln, Tüchern voll Proviant, Mänteln, Decken, Matratzen ꝛc. ſitzend, gelagert, ſtehend, und zwar nicht allein junge Män⸗ ner, nein, alte und junge Frauen, Greiſe und Knaben, junge hübſche Mädchen und alte Jungfern, Alles wild und bunt durch einander geworfen, in dem engen, dunklen, dunſtigen Raume und man hat immer nur ein ſchwaches Bild von dem, was die Wirklichkeit in der That bot.
Als ſich Alles gelagert und weggepackt hatte, und ich feſt überzeugt war, daß es nicht möglich geweſen wäre, auch nur noch einen einzigen Menſchen unterzubringen, wir hätten ihn denn unter das Deck gehangen, kamen noch ein Paar Beine durch die Luken, ihnen folgte eine blaue Jacke und dann das dicke, rothe Geſicht unſeres fidelen Capitains. Nachdem er eine Weile mit den Füßen nach einem harten Puncte zum Feſtſtehen gefühlt hatte, ließ er die Hände los und landete glücklich auf den Hühneraugen eines langen Schneiders, der ſich zwiſchen zwei Kiſten hineingeklemmt hatte und dort
ſtehend eingeſchlafen war. Dieſer zog die langen Beine vor
Schmerz in die Höhe, war aber ſo verdutzt(der arme Teufel war noch halb im Schlafe), daß er den guten Capitain oder Theerjack, wie wir ihn nannten, höflich um Verzeihung bat. Was aber wollte um Gotteswillen der gute Menſch da


