Der Weſerkahn. 3
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auf das Herzlichſte, und daß wir beide von nun an unzer⸗ trennlich waren, verſteht ſich wohl von ſelbſt. Wir wanderten jetzt noch eine Weile in der Stadt V herum und erfuhren, als wir zum Kahne zurückkehrten, mit Beſtimmtheit, daß derſelbe erſt am Morgen des nächſten Ta⸗ ges abgehen würde. Die meiſten der Paſſagiere kehrten den Abend noch einmal an Land zurück, ich blieb mit H. an Bord bei unſeren Sachen, und am nächſten Morgen, am erſten Pfingſtfeiertage, lichteten wir den Anker, d. h. banden den Kahn vom Ufer los und gingen mit der Ebbe und einem nicht beſonders guten Winde unter Segel, ſobald als mög⸗ lich unſer Schiff zu erreichen. Aber nur der, welcher eine ſolche Reiſe, auf einem ſolchen Fahrzeuge, mit einer ſolchen Anzahl von Paſſagieren gemacht hat, kann ſich das Leben
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¹ und Treiben vorſtellen, das wir an Bord unſeres Kahnes 4 führten. Nöthig möchte es hier ſein, eine kurze Beſchreibung deſ⸗
V ſelben zu geben, da dieſe Kähne noch immer gebräuchlich ſind, und wohl noch Tauſende von Auswanderern in ſolchen Trauerbüchſen aus der Heimath fortgeſchafft werden.
Es ſind einmaſtige Fahrzeuge mit einem großen Schoner⸗ Segel, das am Hauptmaſt durch große hölzerne Ringe be⸗ feſtigt iſt, und ein lateiniſches eben ſo eingerichtetes Segel am Bugſpriet trägt. Die ganze Länge des Fahrzeugs be⸗ trägt ungefähr 15 Schritt, ſeine Breite vielleicht 5— 6 Schritt; im Hintertheil iſt es mit einer Art Cajüte ver⸗ ſehen, wenn man überhaupt ein kleines viereciges Loch, mit
zwei Schlafſtellen an der einen Seite und einem kl
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