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dazu angeregt, der Stadt New⸗Orleans die volle Hälfte des ganzen Vermögens zur Verfügung geſtellt häbe, wenn ſie das andere Geld zuſchießen und ein großes Auswanderungshaus, das unter ſtädtiſcher Aufſicht ſteht, gründen wolle, wo der Ein⸗ wanderer vor Betrug ſicher ſei, und der arme hülfsbedürftige Arbeiter auf eine gewiſſe Zeit, ſeinen erſten Aufenthalt zu decken, ſelbſt unentgeldlich Obdach und Nahrung fände. Wenn es zu Stande käme, wäre es ein Segen für Tauſende, und New⸗Orleans, als Theil der Staaten, erfüllte damit nur eine ſchon längſt ſchwer auf ihm gelegene Pflicht der Hafenſtädte, Tauſende von Unglücklichen, die nach Amerika kamen, dem Lande ihre Kräfte zu weihen, vor Verderben und Untergang, wenigſtens vor grenzenloſer Noth zu bewahreg. Gott gebe ſeinen Segen dazu.“
„Wie wunderbar doch Gottes Wege ſind,“ ſagte Kell⸗ mann, langſam mit dem Kopf dazu ſchüttelnd;„das arme Kind, das wenige Jahre früher, ohne einen Groſchen, ſeine Nachtherberge zu zahlen, barfuß hier die Straße wanderte, verfügt jetzt über Tauſende, und ſucht Schmerz und Elend zu lindern, das ſie ſelber ja ſo ſchwer aus ihrem eigenen Leben kennt.“
„Da kommen die Damen,“ ſagte von Benkendroff, der ſich für die Leute nicht im mindeſten intereſſirte, und indeſſen
langſam ſeinen Kaffee getrunken und ſeine Cigarre geraucht
hatte,„Schwiegermama ſcheint aufbrechen zu wollen, die An⸗ ordnungen zum Ball zu revidiren. Dort raſſeln auch ſchon die
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