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„Ich danke Ihnen, ich werde es nicht vergeſſen— Sie
haben ja wohl heute Briefe von dort bekommen?“
„Ja— eben von Fortmann. Das wird Sie auch intereſ⸗ ſiren; Sie wiſſen doch, daß der arme, unglüͤckliche Loßenwer⸗ der eine Schweſter hatte?“
„Lieber Gott,“ ſagte Kellmann, hinaus auf die Straße deutend,„an dieſer Stelle trafen wir das arme Kind, Leder⸗ mann und ich, an jenem Abend, wo ſie hier allein und zu Fuß in die Stadt kam, und noch keine Ahnung von der furcht⸗ baren Nachricht hatte, die ihrer wartete. Es geht ihr gut jetzt, wie Sie uns ſchon früher ſagten.“
„Beſſer jetzt wenigſtens wieder— Fortmann ſchreibt mir eben, daß außer der bei dem Raubanfall erlittenen Mishand⸗ lung Schreck und Aufregung ſie ſo ergriffen hätten, ſie lange Monate an ihr Lager zu feſſeln. Hamann hat auch deshalb beſonders ſein Geſchäft aufgegeben, und ſich weiter den Strom hinauf in ein geſünderes Klima gezogen. Der Nachlaß ſeines Vaters ergab übrigens, wie es ſcheint, ganz unerwarteter Weiſe, ein gar nicht geahntes, höchſt bedeutendes Vermögen, das der alte Geizhals von dem Schweiß und Blut armer Auswanderer zuſammengeſcharrt. An Aktien und Papieren, Geld und Juwelen, ganze Säle voll Leinwand und anderen Sachen gar nicht gerechnet, fanden ſich weit über hunderttau⸗ ſend Dollar. Der junge Hamann iſt aber ein braver, recht⸗ ſchaffener Kerl, der gern wieder, wenigſtens einen Theil deſſen gut machen möchte, was ſein Vater ſchlecht gemacht, und Fort⸗ mann ſchreibt mir eben, daß er, beſonders von ſeiner Frau
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