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Hals gefallen, und hat mich„ſein liebes Schollfeldchen“ ge⸗ nannt— und ſo ein Menſch will nach Amerika.“
Die Männer lachten über Schollfelds komiſchen Eifer, und Hopfgarten ſagte, noch immer lächelnd:„Sie reden gerade, als ob Amerika ein Unglück wäre.“
„Iſt es auch,“ rief Schollfeld hitzig,„iſt es auch, und der arme Teufel, der Ledermann, ſonſt ſo ein netter, rechtſchaf⸗ fener Kerl, wußte wohl, was er that. Der hätte auch nach Amerika gehn können, aber was ich ihm darüber die ganze Zeit vorgepredigt, hatte gute Früchte getragen; er ſprang lieber in's Waſſer, Ruh zu haben, ehe er ſolch verzweifelten Schritt that. Iſt mir übrigens doch Leid um ihn, und ich hätte ihm etwas Beſſeres gewünſcht— das verfluchte Spiel.“
„Seine Frau iſt noch in Heilingen?“ ſagte Hopfgarten.
„Ja,“ ſagte Schollfeld mürriſch,„will aber wirklich die⸗ ſes Frühjahr mit ihrem Bruder auswandern. Das iſt auch ſo ein Lump, hat zweimal Bankerott gemacht, und nun natür⸗ lich nichts Geſcheuteres zu thun, als daß er nach Amerika geht. Solche Leute gehören auch dorthin, aber vernünftige und rechtſchaffene Menſchen ſollten beſſer wiſſen, was ſie ſich und ihren Familien ſchuldig wären.“
„Apropos, lieber Kellmann,“ ſagte Hopſgarten da ploͤtz⸗ lich an dieſen gewandt,„erinnern Sie mich doch daran; ehe
Sie fortgehn, möchte ich Ihnen noch ein paar Zeilen an einen
ſehr lieben Freund von mir, einen Herrn Fortmann in New⸗Orleans, mitgeben; er kann Ihnen dort von Nutzen ſein.“
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