„Schön,“ ſagte Hopfgarten, der bis dahin Zeit behielt ſeine eigenen Maasregeln zu treffen— keinenfalls konnte Hen⸗ kel eine Ahnung haben, daß er Alles wiſſe, und der Verbrecher lieferte ſich ſolcher Art ſelber in ſeine Hände—„alſo treffen wir uns um zwei oder halb drei im rothen Drachen— es iſt überdieß jetzt Zeit, daß ich zum Eſſen gehe, und wir bereden alles Andere dort. Auf Wiederſehn Herr Henkel!“
„Auf Wiederſehn, mein lieber Herr von Hopfgarten,“ rief ihm der junge Mann noch freundlich mit der Hand nach⸗ winkend zu, nahm dann den Arm ſeines Gefährten, und ſchritt mit ihm langſam die, mit dem Waſſer gleichlaufende Straße hinauf.
„Was iſt denn das für eine Geſchichte mit dem Zwil⸗ lingsbruder, Soldegg,“ ſagte der Amerikaner, als dieſer viel⸗
leicht hundert Schritte ſchweigend und mit ſeinen eigenen Ge⸗ danken beſchäftigt neben ihm hin gegangen war—“
„Lieber Goodly,“ erwiederte aber Soldegg finſter— „wir haben keine Zeit mehr zu Kindereien; der Burſche, der uns eben verließ, weiß mehr als mir und Euch gut iſt, und die halbe Stunde, die wir zum Handeln haben, müſſen wir benutzen.“
„Mir?— was weiß er von mir— Donnerwetter, er ſah grün und unſchuldig genug aus, und von dem ſollte ich den⸗ ken, hätten wir Nichts zu fürchten.“
„Er war in Grahamstown und weiß, daß ein gewiſſer Goodly wegen einem ſehr albern angeſtellten Raub und Mord ſteckbrieflich verfolgt wird; und was ſeine Unſchuld be⸗
Gerſtäcker's Nach Amerika. V. 17


