Teil eines Werkes 
5. Bd. (1855)
Entstehung
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Ich habe eine rechte Bitte an Dich

Und die wäre?

Sieh mich an, Vater; dreh Dich nicht weg von mir.

Nun, was haſt Du denn? lachte der Mann halb ver⸗ legen, aber ſonſt guter Laune, indem er ſich nach ihr um⸗ drehte und ſie wie erſtaunt betrachtete er wußte freilich ſchon, was ſie von ihm wollte. Salome Lobſich war aber nicht mehr die frühere, kräftig geſunde Frau, die von Tages⸗ anbruch bis Mitternacht faſt, im rothen Drachen zu Heilin⸗ gen geſchafft und gearbeitet, und die große lebhafte Wirth⸗ ſchaft in Ordnung, und wie in Ordnung, gehalten hatte. Sie war viel magerer und recht bleich und kränklich aus⸗ ſehend geworden; die Augen lagen ihr tief in den Höhlen und ſahen verweint aus, und in die ſonſt ſo glatte, freie Stirn hatten ſich viele ſchwere Falten gegraben, und ließen ſie älter ſcheinen, als ſie der Jahre wirklich zählen mochte.

Trink heute nicht mehr, ſagte die Frau mit zitternder, tief bewegter Stimme,laß die Flaſchen ſtehn, Vater, und nimm Dir eine Warnung an geſtern Du weißt, was Du mir verſprochen haſt..

Unſinn, brummte der Mann, den Kopf herüber und hinüber werfend,was willſt Du denn eigentlich, ich trinke ja gar nicht wenn mich ein Fremder auffordert, darf ich doch nicht grob ſein und ihn zurückweiſen. Das ſchickte ſich ſchön von einem Wirth.

Ich ſage ja Nichts darüber bat die Frautrink nur von jetzt an nicht mehr; Du machſt Dich krank Vater, ruinirſt