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Flaſchen noch einmal herunternahm, ſich ein Glas ganz voll⸗ ſchenkte, auf einen tüchtigen Zug hinuntergoß, die Flaſche dann wieder an ihren Platz ſtellte, das Glas ausſpühlte und abtrocknete und eben wieder hinter dem Schenkſtand vortreten wollte, als er, in der Thür ſtehend, ſeine Frau erblickte, die ihn mit einem keineswegs vorwurfsvollen, aber doch recht ernſtwehmüthigem Blicke ſtill und ſchweigend betrachtete.
„Nun Kind, wie gehts?“ rief Lobſich, der faſt unwill⸗ kürlich nach einem der Gläſer griff und den Staub anfing da⸗ von zu wiſchen, als ob ſie ihn eben bei dieſer Beſchäftigung geſtört hätte—„wir haben noch einen Gaſt zum Mittagstiſch mehr bekommen.“
„Ich hab' ihn geſehn, Lobſich,“ ſagte die Frau, tiefauf⸗ ſeufzend, und ſich mit der Hand über die Stirn fahrend, als ob ſie ſich den Schweiß abwiſchen wollte, in der That aber eine verrätheriſche Thräne raſch und unbemerkt von den Wim⸗ pern zu werfen. Der Mann reinigte indeſſen unverdroſſen Gläſer und Flaſchen, und erſt, als die Frau gar nicht wieder von der Thür wegging, legte er das Wiſchtuch nieder, ſteckte die Hände in die Taſchen, und ging, leiſe vor ſich hinpfei⸗ fend, langſam zu dem mit allen möglichen Getränken und Früchten verzierten Schaufenſter, aus dem er hinaus auſ die Straße ſah.
„Lobſich,“ ſagte die Frau endlich mit leiſer, bittender Stimme.„
„Ja, Kind?“ frug der Mann, ohne ſich nach ihr umzu⸗ drehen.


