Teil eines Werkes 
5. Bd. (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

ein eigens wunderliches Mistrauen beſchlich,wenn es Euch recht iſt, miſch ich mir den Trank ſelber.

Nicht gern Zucker? iſt es doch das Beſte dran, ſagte der Alte,koſtet's nur erſt, es wird Euch ſchon ſchmecken.

Hopfgarten beharrte übrigens darauf, den Satz fortzu⸗ gießen, und ſtand dann ſelber auf, ſchwenkte das Glas mit heißem Waſſer aus, füllte von dieſem wieder ein, und goß ſich dann Brandy aus der Flaſche zu.

Mehr, Freund, mehr, mahnte ihn der Alte,das iſt nicht halb genug, und nähme Euch nicht einmal das Fröſteln vom Leib noch mehr lieber Gott, meine Alte da trinkt ſtärkeren Grog, wenn ich's ihr gebe.

Ich danke, ich danke, rief aber Hopfgarten, die Flaſche abwehrend, aus der ihm der Alte, als er ſie hingeſtellt, noch ſelber anfing nachzugießen;ich bin ſtarke Getränke nicht ge wohnt, und bekomme danach am andern Morgen Kopf⸗ ſchmerzen.

Für morgen ſteh' ich Euch, lachte der Alte in ſich hinein,der Brandy iſt vortrefflich und macht Niemandem Kopfſchmerzen.

Den Deutſchen überlief es wirklich jetzt mit einem eigenen unbehaglichen Fröſteln, das er freilich immer noch den naſſen Kleidern zuſchrieb, der Brandy ſchmeckte aber gut, und nach kurzer Prüfung und mit einem raſchen Entſchluß trank er den Inhalt auf einen Zug hinab ha wie das brannte.

Aber nun legt Euch auch ſchlafen, mahnte der Alte,