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„Seid Ihr allein?“ frug die Stimme wieder—„ruhig Nero, ruhig mein Hund— was haſt Du zu knurren, wenn ich Dir Nichts ſage?“
„Ganz allein, aber naß wie eine Kat tze.“
„Wär' ein Kunſtſtück heute trocken zu bleiben“ ſagte die Stimme wieder, während oben und unten von der Thüre Rie⸗ gel zurückgeſchoben wurden, und dieſe ſich dann langſam und vorſichtig öffnete„Kommt herein“ ſagte dabei der Mann— „der Hund thut Nichts, wenn ich bei Euch bin— braucht ihn
nicht zu fürchten— Gott der Gerechte, iſt das ein Wetter
raußen— kommt zum Feuer und trocknet Euch.“
Er ging dem Fremden voran zum Kamin, ſtörte die faſt ausgebrannten Kohlen wieder auf, und warf ein paar friſche Stücken Holz darauf, die Flamme heller auflodern zu machen. Von der Seite warf er dabei manchen verſtohlenen Blick nach dem ſpäten Gaſt, deſſen Geſicht er in der Dunkelheit der Hütte bis jetzt noch nicht hatte erkennen können, und als das Feuer brannte, drehte er ſich nach ihm um, bat ihn auf dem einzigen Stuhl, der am Kamin ſtand, Platz zu nehmen, und ging dann zu dem Reiſeſack, den er aufhob, einen Augenblick wie in der Hand wog, und dann ebenfalls zum Kamin trug, damit er, wie er meinte, trocken würde.
„Ihr werdet auch noch hungrig ſein“ ſagte er dabei, „Gottes Wunder iſt das ein Vergnügen in ſolcher Nacht, mit ſolchem Fuhrwerk auf der Landſtraße zu liegen, für ſolchen fei⸗ nen und wahrſcheinlich auch reichen Herrn; aber ich bring Euch
gleich etwas zu eſſen.“ 1*


